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Sexualhormonbindendes Globulin


[SHBG]

Referenzbereich

  • Frauen:   18,0 - 114 nmol/l*
  • Männer:  13,0 - 71,0 nmol/l

* hohe Werte bei oralen Kontrazeptiva und Schwangerschaft

Material

  • 0,5 ml Serum

Methodik

  • Chemilumineszenzimmunoassay (CLIA)

Physiologie / klinische Bedeutung

SHBG ist ein Protein, das in der Leber gebildet wird. Die SHBG-Synthese und -Sekretion ist ein östrogenabhängiger Prozess. SHBG-Erhöhungen findet man als Folge einer Estrogeneinwirkung auf die Leber. SHBG-Konzentrationen sind deshalb ein sehr sensibler Parameter der Estrogeneinwirkungen auf die Leber. Die Konzentration des SHBG hängt vom Ausmaß und der Zeitspanne der Estrogeneinwirkung ab und ist von der Art des einwirkenden Estrogens (Östrogens) abhängig. Ethinylestradiol hat einen besonders starken Einfluss auf die SHBG-Synthese und -Konzentration im Serum. Androgene oder Gestagene mit androgener Restwirkung verhalten sich diesbezüglich gegensinnig. SHBG bindet mit höchster Affinität Dihydrotestosteron (DHT) und in abfallender Reihenfolge der Affinität Testosteron, Estradiol und nur in geringem Maße Östron, DHEA, Androstendion und Estriol. Künstliche Gestagene binden in variabler Weise ebenfalls SHBG, und zwar in abfallender Reihenfolge sind dies Gestoden, Levonorgestrel, Norethisteron und 3-Ketodesogestrel; Dienogest bindet nicht an SHBG.

Bei allen Zuständen, die mit erhöhten Androgenspiegeln oder exzessiven Androgenwirkungen an den Androgenzielorganen einhergehen, kann man erniedrigte SHBG-Spiegel finden. Dies erklärt auch die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Mann und Frau. SHBG-Messungen sind also ein wichtiger Hinweis auf chronisch-exzessive Androgenwirkungen, wenn die Androgenspiegel noch normal sind, die klinische Symptomatik jedoch für einen Androgenexzess spricht. Die Bindung von Sexualsteroiden an SHBG ist reversibel.

Hyperthyreose, orale Kontrazeptiva, Antiepileptika, Leberzirrhose, Schwangerschaft
Hypothyreose, Fettsucht, Hirsutismus, erhöhte Androgenspiegel, Alopezie, Akromegalie

Methodische und patientenbezogene Angaben

Als Zusatzuntersuchung zur Bestimmung der Androgene ist SHBG dann ein nützlicher Parameter, wenn Verdacht besteht, dass relativ hohe Konzentrationen an freien Androgenen (z. B. Testosteron) vorliegen.

In Verbindung mit der Bestimmung des Gesamt-Testosterons  lässt sich der Freie Androgen-Index (FAI) berechnen. Er sollte bei Frauen unter 3,5 und bei Männern zwischen 15 und 95 liegen - siehe auch Freier Androgen-Index.

Blutentnahme mit Serum-Monovette bzw. Serum-Vacutainer. Nach Abschluss der Gerinnung Serum abpipettieren, in ein steriles Probengefäß überführen und ins Labor senden.

Akkreditierung/Fremdleistung

A

Ansatzzeiten

Täglich