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Das vorliegende Online-Informationsheft gibt Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten der Pränatalmedizin.



Androstendion


[ANDR]

Referenzbereich

  • Frauen:   0,30 - 3,30 ng/ml (prä-/postmenopausal s. unten)
  • Männer:  0,60 - 2,10 ng/ml

Material

  • 1 ml Serum

Methodik

  • Chemilumineszenzimmunoassay (CLIA)

Physiologie / klinische Bedeutung

Androstendion ist neben Testosteron, Dehydroepiandrosteron (DHEA) und dessen Sulfat (DHEA-Sulfat) eines der quantitativ wichtigsten Androgene der Frau. Es handelt sich hierbei um ein biologisch nicht aktives 17-Ketosteroid, das etwa zu gleichen Teilen aus der Nebennierenrinde und der Thekazellschicht des Ovars stammt und etwa zur Hälfte in Testosteron umgewandelt wird.

Die Androstendionkonzentrationen sind bei jungen Frauen und Männern ähnlich. Bei prämenopausalen Frauen fällt die Androstendionkonzentration nach einer Ovarektomie um ca. 50 %, bei postmenopausalen Patientinnen um ca. 20 % ab. Als 17-Ketoandrogen ist Androstendion auch die unmittelbare biosynthetische Vorstufe von Estron und wird sowohl im Fettgewebe als auch in der Granulosazellschicht des reifenden Follikels in Estron umgewandelt, jeweils unter Vermittlung des Enzyms Aromatase.

Hirsutismus, Virilismus und andere Androgenisierungserscheinungen (in variablem Prozentsatz)
PCO-Syndrom und andere Formen der hyperandrogenämischen Ovarfunktionsstörung
Angeborene und erworbene adrenale Hyperplasie
Chronische Hyperprolaktinämie
Androgenproduzierende Tumoren, Morbus Cushing
und ektope, ACTH-produzierende Tumoren
Alle Formen der Nebennierenrindeninsuffizienz, Sichelzellanämie
Alle Formen der Ovarialinsuffizienz inklusive Amenorrhoe

Androstendion hat eine mäßig ausgeprägte Tagesrhythmik mit Werten, die in den frühen Morgenstunden etwa 30 % höher liegen als in den späten Nachmittags- und frühen Abendstunden. Wie alle 17-Ketosteroide wird Androstendion nicht an SHBG gebunden.

Androstendion kann zusammen mit Testosteron oder alternativ zu diesem im Rahmen der Primärdiagnostik des gestörten Androgenhaushalts eingesetzt werden.

Methodische und patientenbezogene Angaben

Die Androstendionspiegel können unter Medikamenten, die die ovarielle Androgensynthese oder die der Nebennierenrindenandrogene stimulieren (z. B. Clomifen bzw. Metapiron), ansteigen. Medikamente, die die Funktion dieser beiden Organe supprimieren, induzieren auch eine Erniedrigung der Androstendionspiegel im Serum (z. B. Glucocorticoide und Ovulationshemmer).

Die Blutentnahme sollte möglichst in der frühen Follikelreifungsphase erfolgen (Tag 1 bis 5), da außerhalb dieses Zeitraums die Konzentrationen von Androgenen, auch die des Androstendions, in größerem Ausmaß schwanken. Für die Beurteilung geben Sie bitte den Zyklustag an.

Blutentnahme mit Serum-Monovette bzw. Serum-Vacutainer. Nach Abschluss der Gerinnung Serum abpipettieren, in ein steriles Probengefäß überführen und ins Labor senden.

Siehe auch ACTH-Stimulationstest.

Umrechnungsfaktor

  • µg/l x 3,49 = nmol/l

Akkreditierung/Fremdleistung

A

Ansatzzeiten

täglich