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Musterbefund Oligo-/Amenorrhoe - Verdacht auf PCOS

Patient: Musterfrau, Cornelia - Geb.-Datum: 01.05.1988 - Geschlecht: weibl.
Blutentnahme: 03.09.XXXX - Probeneingang: 04.09.XXXX 08:10
Labor-Nr.: 1622539545

Untersuchung                


   Ergebnis

Methode

Referenzbereich

Dimension 

Material: Serum

Klinische Angaben
   Oligo-/Amenorrhoe - Letzte Periode vor 8 Wochen - Verdacht auf PCOS

Body Mass Index         

29.7                             

     

kg/qm    

   Bewertung nach der Klassifikation der WHO (2000): Übergewicht

Größe

178.0    

       

cm          

Gewicht

 

94.0

 

kg

ENDOKRINOLOGIE

FT3                    

2.9  

ECLIA    

2.0-4.4

pg/ml

FT4

16.6

ECLIA   

9.3-17.0

ng/l

TSH

 

1.08

ECLIA

0.27-2.50 

µIU/ml

TPO-AK

12.3

ELISA

< 34.0

kIU/ml

DHEA-Sulfat

4.1

CLIA

0.4-4.3

µg/ml

SHBG

20.4

CLIA

18.0-144.0 

nmol/l

(hohe Werte bei oralen Kontrazeptiva)

Freier Androgen Index     

+

11.57

ber.

< 3.50

Index

Estradiol

53.0

ECLIA

pg/ml

Progesteron

0.90

ECLIA

ng/ml

FSH

4.2

ECLIA

mIE/ml

LH

9.5

ECLIA

mIE/ml

Prolaktin

 

6.0

ECLIA

4.8-23.3

ng/ml

Anti-Müller-Hormon

8.40

ELISA

ng/ml

Testosteron, ges.

+

0.68

ECLIA

0.03-0.48

ng/ml

Beurteilung:
Die Analyse erfolgt zur Abklärung einer Oligo-/Amenorrhoe. Nach klinischen Angaben findet sich ein deutlich erhöhter Body-Mass-Index.
Die Schilddrüsenparameter liegen innerhalb des Referenzbereiches, damit liegt eine Euthyreose vor.
Es findet sich ein normaler Serumspiegel für DHEA-Sulfat, jedoch eine deutlich erhöhte Testosteronkonzentration.
Aufgrund eines im unteren Referenzbereich gelegenen SHBG-Spiegels ist der freie Androgenindex deutlich erhöht.
Estradiol liegt im unteren Normalbereich, Progesteron ist erwartungsgemäß niedrig. Der LH-FSH-Quotient ist signifikant erhöht. Prolaktin liegt innerhalb des Referenzbereiches. Der Anti-Müller-Hormon-Spiegel ist erhöht.

Aus der vorliegenden Befundkonstellation ergibt sich der dringende Verdacht auf das Vorliegen eines PCO-Syndroms. Hierauf weisen die ovarielle Hyperandrogenämie, der erhöhte LH-FSH-Quotient sowie der erhöhte AMH-Spiegel hin.

Empfehlung:
1. Als mögliche Differenzialdiagnose zum PCO-Syndrom sollte zunächst ein late-onset-AGS ausgeschlossen werden. Hierzu empfiehlt sich die Durchführung eines ACTH-Stimulationstestes unmittelbar postmenstruell oder in der frühen Follikelphase, mit basaler und stimulierter Bestimmung von Cortisol, Androstendion, DHEA und vor allem 17-OH-Progesteron vor und nach intravenöser Gabe von ACTH sowie zusätzlicher basaler Testosteronbestimmung. Hierzu sollte eine Ampulle mit 0,25 mg ACTH mit nachfolgender Spülung von isotonischer Kochsalzlösung intravenös injiziert werden (Synacthen, Novartis Pharma). Die 2. Blutentnahme sollte 60 Minuten nach der Injektion erfolgen (Synacthen-Test, siehe auch unser Analysenverzeichnis ANABASIS). In Abhängigkeit des Ergebnisses wäre dann über eine molekulargenetische Diagnostik zu entscheiden.

2. Es sollte angesichts der deutlichen Adipositas die metabolische Situation geprüft werden. Hierzu empfehlen wir die Durchführung eines oGTT. Es sollte darauf geachtet werden, dass beide Parameter (Glukose und Insulin) nicht nur in der Basalbestimmung sondern auch im 1- und 2-Stunden-Wert gemessen werden, um eine Insulinresistenz tatsächlich ausschließen zu können.

Nach Erhalt der ausstehenden Befunde geben wir gern eine Empfehlung zum weiteren Procedere. Es kann diskutiert werden, ob allein eine Therapie z. B. mit einem antiandrogen wirksamen Kontrazeptivum zur Zyklusregulation ausreichend erscheit oder ob diese Therapie bei Vorliegen einer Insulresistenz durch die Gabe von Metformin ergänzt werden sollte. Hierzu werden wir zu gegebener Zeit Stellung nehmen.

Die klinische Befundung erfolgte durch Prof. Dr. med. M. Musterendo.

   Endbefund vom 05.09.XXXX 16:25