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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Vaskulitiden

Vaskulitiden sind Entzündungen der Blutgefäße. Es gibt verschiedene Ursachen der Vaskulitis. Es kommen sowohl eigenständige autoimmune Prozesse in Frage (primäre Vaskulitis) als auch die Entzündung der Blutgefäße als Reaktion auf z. B. verschiedene Infektionen, Medikamente oder auch infolge anderer Krankheiten am häufigsten im Rahmen anderer entzündlich-rheumatischer Erkrankungen (sekundäre Vaskulitis). Eingeteilt werden die Vaskulitiden anhand der Größe der Blutgefäße, die entzündet sind. Die verschiedenen Symptome sind auch von dem Ort und der Größe der betroffenen Gefäße abhängig.

Die häufigste primäre Vaskulitis ist die Riesenzellarteriitis (oder auch Arteriitis temporalis genannt). Sie betrifft die „kopfnahen“ Gefäße, die z. B. die Augen versorgen, aber es können auch u. a. die Hauptschlagader (Aorta) oder die Armarterien betroffen sein. Häufig fangen die Beschwerden mit schweren Kopfschmerzen, Kauschmerzen, allgemeine Schwäche, Gewichtsabnahme und oft begleitet von Gliederschmerzen (Polymyalgia rheumatika) an. Im Blut zeigen sich hohe Entzündungszeichen und oft eine Blutarmut. Da das Risiko einer Erblindung besteht, ist eine rasche Abklärung und Einleitung der Behandlung wichtig. Diese Vaskulitis tritt typischerweise jenseits des 60. Lebensjahres auf.

Bei den sogenannten ANCA-assoziierten Vaskulitiden (Granulomatose mit Polyangiitis (GPA)/früher: M. Wegener), mikroskopische Polyangiitis (eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA)/früher: Churg-Strauss-Syndrom) ist häufig (aber nicht immer) ein Antikörper gegen bestimmte weiße Blutkörperchen nachweisbar, der sogenannte ANCA. Meistens stehen anfänglich bei dieser Gruppe der Vaskulitiden die Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich im Vordergrund (chronischer Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündungen u. a.). Die EGPA ist oft mit einem Asthma assoziiert. Erst im Verlauf treten andere Beschwerden wie Nachtschweiß, Gewichtsabnahme, Gelenk- und Muskelschmerzen hinzu, können aber auch fehlen.

Da eine Vielzahl anderer Erkrankungen entweder als Ursache oder als Differentialdiagnose geklärt werden müssen, sind häufig mehrere Untersuchungen erforderlich (ein einzelner Bluttest reicht nicht aus!). Die Darstellung der Gefäßentzündungen richtet sich nach dem Ort und der Größe der Blutgefäße. Hier sind Ultraschall (Duplexsonographie), die Kernspintomographie mit Gefäßdarstellung, die Computertomographie oder auch das PET (Positronenemissionstomographie) je nach Fragestellung hilfreich. Eine klassische Angiographie ist nur noch selten erforderlich. Auch die Entnahme einer Gewebeprobe insbesondere bei den kleinsten Gefäßen kann erforderlich sein, um eine genaue Diagnose und eine individuell angepasste Therapie einleiten zu können.

Die Riesenzellarteriitis kann in der Duplexsonographie (siehe Bild 1) oder mittels PET (siehe Bild 2) im Bereich der großen Arterien nachgewiesen werden. 

Bild 1
Bild 2
Entzündung der Luftröhre mit Ulcus und Einengung des Bronchus bei Wegener-Granulomatose

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