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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Verspätete Pubertät / Ausbleibende Pubertät (Pubertas tarda)

Als verspätete Pubertät bezeichnet man das Auftreten erster Pubertätszeichen beim Mädchen nach dem 13. Geburtstag oder Eintritt der ersten Regelblutung (Menarche) nach dem 15. Geburtstag.

Die Brustentwicklung sollte als erstes echtes Pubertätszeichen vor dem 13. Geburtstag beginnen. Ferner gibt es bei Mädchen auch eine verspätete erste Regelblutung, wenn diese bis zum 15. Geburtstag nicht eingesetzt hat. Es kommt auch vor, dass eine einmal begonnene Pubertätsentwicklung nicht normal voranschreitet (Pubertätsstillstand).

Die Diagnostik zielt zunächst auf die Feststellung eines ausgebliebenen Pubertätsbeginns oder einer Pubertätsverlaufsstörung und danach auf die Auffindung der Ursache:

  • Die häufigste Ursache für eine verspätete Pubertät ist die (konstitutionelle) Entwicklungsverzögerung (Spätentwicklung), die als Normvariante anzusehen ist. Hierzu gibt es meist Hinweise aus der Vorgeschichte der Eltern, Großeltern oder Geschwister. Bevor man diese Diagnose stellt, müssen aber andere Ursachen ausgeschlossen werden.
  • Dies sind chromosomale Störungen, hormonelle Mangelzustände, Rezeptorstörungen und chronische Erkrankungen. Daher ist immer eine umfangreiche Diagnostik notwendig, um krankhafte Ursachen auszuschließen oder auch nachzuweisen. Im letzteren Fall kann dann die nachgewiesene Krankheit behandelt werden.

Eine verzögerte, unvollständige oder fehlende Pubertät gibt es auch bei Leistungssportlerinnen oder bei der Magersucht.

Bei Hormonmangelkrankheiten, die eine eigene Pubertätsentwicklung nicht erlauben, können geschlechtsangepasste Hormonersatzbehandlungen erfolgen und eine normale Pubertät ermöglichen. In späterem Alter kann dann auch eine Fruchtbarkeit mit Hormongaben erreicht werden.

Auch bei der Entwicklungsverzögerung ist eine Behandlung zum Anstoßen der eigenen Pubertätsentwicklung möglich. Diese Behandlung erfolgt mit weiblichem Hormon in niedriger Dosierung über eine begrenzte Zeit von meistens 3 Monaten. Danach sollte dann die eigene hormonelle Regulation in Gang kommen und eine Pubertät ermöglichen. Falls dies nicht der Fall ist, kann ein weiterer Behandlungszyklus angeschlossen werden.

Die Behandlung von Störungen der Pubertätsentwicklung erfolgt immer in enger Absprache mit dem Mädchen/der Jugendlichen und den Eltern.

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