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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Fehlbildungen der inneren und äußeren Genitalorgane

Anlagestörungen und Fehlbildungen können sowohl die inneren als auch die äußeren Geschlechtsorgane betreffen. Insgesamt sind solche Störungen zwar eher selten, in Spezialsprechstunden stellen sie jedoch ein häufiges Problem dar. Aus diesem Grunde sollen an dieser Stelle die typischen Veränderungen beschrieben werden.

Hymenalatresie

Darunter versteht man eine Verklebung oder einen angeborenen Verschluss des Jungfernhäutchens. Dies stellt solange kein Problem dar, bis die Regelblutung einsetzt bzw. das Mädchen sexuelle Aktivität entwickelt. Beim Einsetzen der Monatsblutung kommt es dann in vielen Fällen zu einem Rückstau des Blutes in der Scheide und Gebärmutter. Dies führt zu zunehmenden Unterbauchbeschwerden die in monatlichen Abständen auftreten und die sich bis hin zu einem akuten Notfall -  im Medizinerjargon auch als „akutes Abdomen“ bezeichnet -  steigern können. Die Diagnostik ist einfach und gelingt durch die genaue Betrachtung der Genitalorgane in der gynäkologischen Untersuchung. Das Problem kann dann in den meisten Fällen durch einen kleinen chirurgischen Eingriff behoben werden, in dem, während in kurzer Narkose, eine Öffnung des Jungfernhäutchens vorgenommen wird. Damit kann das Menstrualblut wieder regelrecht ablaufen und die Patientin kann dann auch ein ungestörtes Sexualleben entwickeln.

Fehlbildungen der Scheide

Es gibt eine Reihe von angeborenen Fehlbildungen der Scheide. Am häufigsten sind Stenosen, Septen und eine s.g. Vaginalaplasie. Unter Stenosen versteht man angeborene Verengungen der Scheide. Unter einem Septum versteht man bindegewebige Trennwände, die eine regelrechte Entwicklung und Entfaltung der Scheide erschweren bzw. unmöglich machen. Der Extremfall einer s.g. Vaginalaplasie liegt vor, wenn es aufgrund einer embryonalen Entwicklungsstörung zu einem vollständigen Verschluss der Scheide gekommen ist bzw. die Scheide als Organ überhaupt nicht angelegt ist.

Diese Fehlbildungen der Scheide müssen meistens operativ behoben werden. Die Wahl des Operationsverfahrens muss dem erfahrenen Chirurgen/ Gynäkologen überlassen werden, da sowohl die Ausprägung der genitalen Veränderungen als auch die Symptome die dadurch hervorgerufen werden, sehr variabel sind.

Auch die inneren Genitalorgane können von angeborenen Fehlbildungen betroffen sein. Am Häufigsten sind hier Veränderungen der Gebärmutter. Es gibt zahlreiche Störungen von Form, Größe und Funktion der Gebärmutter, die an dieser Stelle nicht ausführlich beschrieben werden können.

In vielen Fällen handelt es sich dabei um minimale Veränderungen der typischen Form und Größe des Organs und es ist überhaupt keine Behandlung erforderlich. Kommt es jedoch zu einer massiven Beeinträchtigung der Funktion der Gebärmutter, so erfolgt eine operative Behandlung. Auch diese Eingriffe sollten in spezialisierten Zentren durchgeführt werden, da große Erfahrung erforderlich ist, um den gewünschten Erfolg zu erzielen.

 

Mayer-Rrokitansky-Küster-Hauser-Syndrom

Hinter diesem komplizierten Namen verbirgt sich eine ebenso komplizierte Fehlbildung der inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Durch eine „Laune der Natur“ kommt es dazu, dass bei der Geburt sowohl die Gebärmutter als auch die Scheide nicht regelrecht angelegt sind. Auch in der weiteren Kindsentwicklung und im Laufe der Pubertät bilden sich die Organe nicht entsprechend aus. Meist wird die Diagnose erst im Pubertätsalter gestellt, da die äußeren Geschlechtsorgane und auch die übrige Pubertätsentwicklung völlig normal erscheinen. Die fehlende Scheidenanlage kann bereits bei der einfachen gynäkologischen Untersuchung diagnostiziert werden. Das Fehlen der Gebärmutter lässt sich durch eine gezielte Ultraschalluntersuchung und im Zweifelsfall mit einer Bauchspiegelung nachweisen.

Verständlicherweise gibt es für diese Situation keine wirkliche Behandlungsmöglichkeit, d.h. die betroffene Frau wird bei fehlender Gebärmutter nicht in der Lage sein, eine Schwangerschaft zu empfangen und auszutragen. Durch moderne chirurgische Maßnahmen kann jedoch eine s.g. Neovagina („neugebildete Scheide“) gebildet werden, sodass die betroffene Frau ein weitgehend normales Sexualleben entwickeln kann. Hierzu gibt es zahlreiche Operationsverfahren, die von Fall zu Fall individuell ausgewählt und angepasst werden müssen. Auch hierzu bedarf es einer sorgfältigen Beratung durch Spezialisten. Die Beratung im Hinblick auf die Familienplanung sollte ggf. auch unter Einbeziehung von Psychologen und anderen Spezialisten erfolgen, um der Patientin Möglichkeiten aufzuzeigen, eine Familie zu gründen, auch wenn aufgrund ihrer Erkrankung für sie selbst eine Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes nicht möglich sein wird.

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