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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Hyperhidrose – Vermehrtes Schwitzen

Schwitzen ist ein physiologischer, lebensnotwendiger Prozess, bei dem wässriges Sekret aus den Schweißdrüsen abgegeben wird. Durch die rasche Verdunstung des Schweißes wird dem Körper Wärme entzogen, sodass eine Überhitzung des Körpers verhindert wird. Die hierzu erforderliche Schweißmenge kann mehrere Liter täglich ergeben.

Im Gegensatz zur normalen Schweißproduktion beschreibt der Begriff Hyperhidrose ein übermäßiges Schwitzen, welches über die Erfordernisse der Wärmeregulation hinausgeht. Die Hyperhidrose wird nicht anhand der Schweißmenge, sondern aufgrund der Fehlfunktion des Schwitzens definiert. Hieraus können ausgeprägte soziale und berufliche Einschränkungen resultieren und damit eine erhebliche Verminderung der Lebensqualität.

Unterschieden werden die primäre idiopathische und die sekundäre Hyperhidrose.

Primär idiopathische Hyperhidrose

Bei dieser Form ist die unangemessen erhöhte Schweißneigung nicht durch eine internistische Erkrankung oder externe Ursache (siehe unten) bedingt. Sie tritt am häufigsten fokal  in umschriebenen Körperbereichen auf, kann aber auch generalisiert, das heißt am gesamten Körper, vorkommen. Bevorzugte Stellen der fokalen Hyperhidrose sind Achselhöhlen, Handflächen, Fußsohlen und Stirn. In diesen Regionen befinden sich bei allen Menschen besonders viele Schweißdrüsen.

Bei Hyperhidrose-Patienten sind die Schweißdrüsen weder vermehrt noch vergrößert, sondern lediglich überstimuliert. Die Aktivität der Schweißdrüsen wird durch den sympathischen Anteil des vegetativen Nervensystems reguliert; Azetylcholin fungiert hierbei als Neurotransmitter zwischen Nervenendigung und Schweißdrüse.

Sekundäre Hyperhidrose

Diese stellt das Symptom einer Grunderkrankung dar und tritt meist am ganzen Körper auf. Folgende Erkrankungen können Ursachen sein:

  • Hormonelle Erkrankungen (Schilddrüsenfehlfunktion, Diabetes mellitus, AGS, Insulinom, Phäochromozytom, Karzinoid u.a.)
  • Übergewicht
  • Medikamenteneinnahme (Cortison, Antibiotika, Antidepressiva u.a.)
  • Konsumierende Erkrankungen (Infektionen, Tumoren)
  • Neurologische Erkrankungen (Sympathikusschädigung u.a.)
  • Psychische Belastungen (Schmerz-, Stress- und Angstreaktionen u.a.)

              

Diagnostik

Es gibt keine allgemeingültigen Labor- oder Messwerte, mit deren Hilfe das Vorliegen einer Hyperhidrose bewiesen oder ausgeschlossen werden kann. Für die Abgrenzung der primären gegen die sekundäre Hyperhidrose ist eine gezielte Anamnese entscheidend.

Merkmale wie temperaturunabhängiges, unvorhersehbares Schwitzen, Auftreten nur an bestimmten Bereichen und symmetrisch (Achselhöhle, Hände, Füße) oder kein vermehrtes Schwitzen während des Schlafes sind typisch für die primäre Hyperhidrose. 

Liegen Hinweise auf eine zugrunde liegende Erkrankung als Ursache einer sekundären Hyperhydrose vor, ist eine entsprechende Abklärung vorzunehmen.


Therapie

Die Therapie der sekundären Hyperhidrose besteht aus der Behandlung der entsprechenden Grunderkrankung (z.B. Thyreostatikum bei Hyperthyreose) durch den entsprechenden Facharzt (z.B. Kinderendokrinologe).

Nach gründlichem Ausschluss einer sekundären Hyperhidrose stehen zur Therapie der primären Hyperhidrose eine Reihe von Verfahren zur Verfügung. Diese sind von einem  entsprechenden Facharzt, vorzugsweise aus dem Bereich Dermatologie, individuell abzuwägen.

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