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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Hodenhochstand

Normalerweise sind die Hoden bei Geburt eines Jungen im Hodensack zu finden. Ist dies nicht der Fall, spricht man von Hodenhochstand. Dieser findet sich bei 1-3 % der reifgeborenen Jungen, viel häufiger aber bei Frühgeborenen. Es sind mehrere Formen von Hodenhochstand zu unterscheiden, von denen nur der Pendelhoden nicht behandlungsbedürftig ist. Der Hoden kann an unterschiedlichen Stellen im Körper liegen (Leistenkanal, Bauchraum, ektop) und muss durch klinische Untersuchung, Sonographie, Magnetresonanztomographie oder Operation gefunden werden.

Ein Hodenhochstand kann isoliert oder als ein Symptom bei zahlreichen genetischen Krankheiten oder Syndromen, bei Hormonmangelkrankheiten und Androgenresistenz auftreten. Liegen bei einem Kind außer dem Hodenhochstand weitere Symptome oder syndromale Zeichen vor, sollte eine eingehende endokrinologische und genetische Untersuchung erfolgen.

Ein Hodenhochstand muss frühzeitig behandelt werden, um eine Schädigung der Hodenentwicklung und damit der späteren Samenbildung zu verhindern. Zu spät oder nicht behandelter Hodenhochstand ist die häufigste Ursache von männlicher Unfruchtbarkeit.

Die Behandlung des Hodenhochstands erfolgt seit 2009 auf der Basis einer Leitlinie der beteiligten Fachgesellschaften.

In den ersten 6 Lebensmonaten wird abgewartet, ob die Hoden noch spontan in den Hodensack absteigen. Falls dies nicht geschieht, erfolgt dann im zweiten Lebenshalbjahr eine kombinierte Hormonbehandlung mit LHRH-Nasenspray über 4 Wochen und direkt anschließend mit HCG (1 Spritze pro Woche über 3 Wochen). Bei fehlendem Behandlungserfolg schließt sich die operative Verlagerung und Fixierung des Hodens/der Hoden an.

Eine postoperative Hormonbehandlung wird derzeit nicht allgemein empfohlen.

 

Hinweis:
Zur Leitlinie der beiteiligten Fachgesellschaften bitte hier klicken.

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