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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Schilddrüsenunterfunktion

Bei der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) werden zu wenige Schilddrüsenhormone produziert. Die Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren sein, so genannte „Kongenitale Hypothyreose“ oder sich später im Laufe der Kindheit und vor allem in der Pubertät entwickeln.

Die angeborene Schilddrüsenunterfunktion ist die häufigste angeborene Stoffwechselerkrankung und betrifft eines von 3.000 - 4.000 Neugeborenen. In den meisten Fällen (80%) ist die Schilddrüse zu klein oder fehlt komplett. In etwa 15-20% der Fälle kann auch ein Defekt in der Schilddüsenhormonsynthese vorliegen. Meistens tritt die Kongenitale Hypothyreose sporadisch auf. In seltenen Fällen kann sie aber auch erblich bedingt sein, das heißt sie tritt familiär gehäuft auf. Bei diesen familiären Formen  findet sich häufig eine Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf) schon im Säuglings- und Kleinkindalter. Mit Techniken der Molekulargenetik lassen sich genetisch bedingte Formen der Kongenitalen Hypothyreose heute meist eindeutig identifizieren.

In den ersten Lebenstagen wird jedes Neugeborene routinemäßig auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin untersucht (Neugeborenenscreening). Liegt eine solche Störung vor, wird sofort eine Behandlung eingeleitet, noch bevor Symptome auftreten. Der Säugling bekommt dann das Schilddrüsenhormon (L-Thyroxin) täglich in Tabletten- oder Tropfenform zugeführt. Damit wird sichergestellt, dass sich diese Kinder körperlich und geistig völlig normal entwickeln können. Allerdings müssen sie das Schilddrüsenhormon meistens ein Leben lang einnehmen. 

Weltweit ist der Jodmangel die häufigste Ursache für eine erworbene Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4) bestehen zu 60% aus Jod und Jodid, die das bestimmende Substrat für die Hormonsynthese sind.  Fehlt Jod,  führt das immer zu einer Störung der  Schilddrüsenfunktion und es kommt zu einer Vergrößerung des Organs, auch Struma oder im allgemeinen Sprachgebrauch Kropf genannt. Dieser ist meistens  das erste Symptom, das bei den Patienten auffällt. Da in Deutschland heute der Großteil unserer Bevölkerung ausreichend mit Jod versorgt ist, rücken andere Ursachen der Hypothyreose in den Vordergrund. An erster Stelle steht da die chronische, autoimmune Schilddrüsenentzündung (Hashimoto-Thyreoiditis).

Zu den typischen Symptomen der Schilddrüsenunterfunktion gehören vermehrte Müdigkeit, Antriebsarmut, Konzentrationsstörungen, Verschlechterung der schulischen Leistungen, Gewichtszunahme und/oder muskuläre Schwäche, Haarausfall und bei schweren Formen auch die Verlangsamung der Wachstumsgeschwindigkeit.

Zur Abklärung der Hypothyreose gehören die Untersuchung der Schilddrüsenhormone (fT3/fT4), die Bestimmung von TSH, die Suche nach Autoantikörpern gegen Schilddrüsenantigen (anti-TPO-Antikörper, Antikörper gegen Thyreoglobulin) und eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse mit Beurteilung der Größe, Parenchymstruktur und Durchblutung.

Die Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion besteht in der ausreichenden Zufuhr  von Schilddrüsenhormon. Dieses wird üblicherweise als L-Thyroxin in Tabletten- oder Tropfenform täglich eingenommen. Die Dosis muss entsprechend dem Alter und Wachstum der Kinder regelmäßig angepasst werden. Bei einer durch Jodmangel bedingten Funktionsstörung ist außerdem auf eine ausreichende, zusätzliche Zufuhr von Jodid zu achten.

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