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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Schilddrüsenkarzinom

Schilddrüsenknoten sind in Kindesalter sehr selten (0,2-1,8%). Der überwiegende Teil der solitären Knoten in der Schilddrüsenregion sind gutartige Veränderungen (Zysten, kleine funktionell nicht relevante Adenome). Bösartige Neubildungen der Schilddrüse (Schilddrüsenkarzinome) machen unter allen kindlichen bösartigen Tumoren weniger als 1,5% aus. Nach der Tschernobyl-Katastrophe stieg die Häufigkeit von Schilddrüsenkarzinomen im Kindesalter in den am schwersten betroffenen Regionen deutlich an.

Bei 60-90% der Schilddrüsenkarzinome im Kindesalter handelt es sich um gut differenzierte Karzinome. Man unterscheidet histologisch dabei zwischen papillären (85%), follikulären (10%) oder gemischt follikulär-papillären Karzinomen. Die Prognose von Kindern mit diesen Tumoren ist sehr gut.

Weitere Formen der Schilddrüsenmalignome (5%) sind medulläre Schilddrüsenkarzinome (MTC), die von den C-Zellen der Schilddrüse ausgehen. Die C-Zellen sezernieren Kalzitonin, was in diesem Fall auch als biochemischer Marker für diese Form des Tumors gilt. In den meisten Fällen ist beim MTC die Familienanamnese positiv für Schilddrüsenkarzinome und die Vererbung autosomal-dominant. In vielen dieser Fälle sind die Tumore mit einer multiplen endokrinen Neoplasie (MEN) Typ II assoziiert und können neben einem Phäochromozytom auftreten. Die Ursache für die Tumorentstehung sind Mutationen im RET-Protoonkogen und die Wahrscheinlichkeit ein MTC zu entwickeln, wenn bei Patienten eine Mutation gefunden wird, liegt bei über 90%.

Da diese Form der Tumore dazu neigt frühzeitig Tumorzellen im Körper zu streuen und diese Metastasen bereits vor dem 6. Lebensjahr auftreten können, sollte bei Mutationsträgern im Alter von 3-5 Jahren die Schilddrüse prophylaktisch entfernt werden (Thyreoidektomie). 

Die Diagnostik verdächtiger Schilddrüsenbefunde umfasst die Ultraschalluntersuchung, eine Szintigraphie, eine Feinnadelbiopsie und die diagnostisch/therapeutische operative Intervention.

Wenn sich der Verdacht auf ein Schilddrüsenkarzinom bestätigt, ist die Therapie die komplette operative Entfernung der Schilddrüse. Nach der Entfernung der Schilddrüse muss Schilddrüsenhormon (L-Thyroxin) substituiert werden. Ziel der Therapie ist es, so viel L-Thyroxin zu geben, dass das TSH vollständig supprimiert ist, um ein erneutes Wachstums von Schilddrüsenzellen zu verhindern.

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