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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Morbus Basedow

Der Morbus Basedow ist die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) im Kindes- und Jugendalter. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die eine genetische Prädisposition aufweist, da sie bei bis zu 60% der Patienten familiär gehäuft vorkommt. Es kommt zur Produktion von Antikörpern, die an den TSH-Rezeptor binden, um dort die gleiche Wirkung wie das TSH selbst zu entfalten: die Schilddrüsenzelle wird stimuliert, Schilddrüsenhormone zu bilden und frei zu setzen. Außerdem wird das Wachstum der Schilddrüsenzellen angeregt. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, jedoch sind Kleinkinder seltener betroffen und das Hauptmanifestationsalter ist die Pubertät. Mädchen sind 6-8-mal häufiger betroffen als Jungen.

Die Symptome sind im Allgemeinen so klassisch, dass die Diagnose bereits klinisch gestellt werden kann. Bei über 95% der Kinder und Jugendlichen findet sich eine Schilddrüsenvergrößerung (Struma). Weitere Symptome sind eine Gewichtsabnahme bei gesteigertem Appetit, vermehrtes Schwitzen mit Hitzeintoleranz, erhöhter Ruhepuls, Nervosität und deutlicher Leistungsknick, Konzentrationsstörungen, Abnahme der Schulleistungen. Bei Kindern eher selten sind Augensymptome wie sie im Erwachsenenalter als sogenannte Endokrine Orbitopathie vorkommen.

Die klinischen Symptome sind sämtlich durch die Hyperthyreose ausgelöst. Man findet die Schilddrüsenhormone (fT3/fT4) im Serum massiv erhöht. Das TSH selbst ist meist nicht mehr nachweisbar (<0,01 mIU/L). Als typischer Marker für einen Morbus Basedow finden sich dafür in hohen Titern spezifische Antikörper gegen den TSH-Rezeptor (TRAK). Meistens lassen sich aber auch Antikörper gegen mikrosomales Antigen (anti-TPO) und Thyreoglobulin (TAK) nachweisen, sodass die Abgrenzung von einer Autoimmunthyreoiditis schwierig sein kann. Im Ultraschallbild imponiert die deutlich vergrößerte Schilddrüse mit einem typisch veränderten Echomuster. 

Für die Behandlung des Morbus Basedow stehen 3 Therapiemöglichkeiten zur Verfügung: a) medikamentös, b) Operation, c) Radiojodtherapie. Bei Kindern und Jugendlichen wird primär medikamentös mit sogenannten Thyreostatika wie Methimazol, Carbimazol  oder Propylthiouracil (PTU) behandelt. Mit der medikamentösen Therapie kann in der Regel rasch eine Normalisierung der Schilddrüsenwerte erreicht werden. Ziel der Therapie ist es, die Schilddrüsenhormonsynthese fast vollständig zu blockieren bis zur Schilddrüsenunterfunktion, die dann durch gleichzeitige Substitution mit L-Thyroxin in niedriger Dosierung ausgeglichen wird. Dies erleichtert die Steuerung der Therapie und verringert die Anzahl der notwendigen Kontrolluntersuchungen. Die Behandlung muss oft über Jahre durchgeführt werden.

Sollte mit der medikamentösen Behandlung kein dauerhafter Therapieerfolg erreicht werden, ist eine definitive Therapie anzustreben. Eine Möglichkeit ist die operative Entfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie). Eine Alternative stellt die Zerstörung des Schilddrüsengewebes mittels Radiojodtherapie da.  Im Einzelfall hängt die Wahl des Vorgehens vom Alter und den sonstigen Begleitbefunden ab und bedarf einer  sorgfältigen Abwägung der jeweiligen Vor- und Nachteile der Therapiemethode.

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