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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion im Kindesalter. Bei den Patienten führt die lymphozytäre Infiltration der Schilddrüse zu einer chronischen Entzündungsreaktion mit langsamer Zerstörung des Gewebes und folgender Funktionseinschränkung. Typischerweise finden sich Antikörper gegen die Schilddrüsenperoxidase (anti-TPO), als typischen Marker für die Entzündung. Untersucht man die Häufigkeit dieser Antikörper im Kindesalter, so findet man sie bei 1% der jüngeren Schulkinder und bei 4-6% der Jugendlichen. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Die Ursache der Hashimoto-Thyreoiditis ist multifaktoriell und folgt keinem spezifischen Vererbungsmuster. Man diskutiert dabei zahlreiche Faktoren wie Umwelteinflüsse, virale Infekte, den Einfluss von weiblichen Hormonen, eine vermehrte Jodzufuhr und einen Selenmangel. Für eine genetische Ursache spricht die familiäre Häufung der Erkrankung.

Bis die Diagnose Hashimoto-Thyreoiditisestellt wird, vergeht oft ein längerer Zeitraum mit unspezifischen Symptomen. Eine positive Familienanamnese mit Erkrankungen bei der Mutter oder anderen Familienangehörigen ist oft richtungsweisend.

Als typisches Symptom findet man bei 3/4 der Kinder und Jugendlichen eine Schilddrüsenvergrößerung (Struma). Bei etwa 40% liegt zum Zeitpunkt der Diagnose eine versteckte oder offene Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) vor. In etwa 10% der Fälle kann aber auch eine vorübergehende Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) symptomatisch werden, infolge der Entzündungsreaktion mit Zellzerstörung.

Für die Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis sind im Blut Antikörper gegen die Schilddrüsenperoxidase (anti-TPO) und/oder gegen Thyreoglobulin (TAK) wichtige Marker. Im Ultraschall sieht man typischerweise eine vergrößerte Schilddrüse mit einer Veränderung der Schilddüsenstruktur im Sinne einer echoarmen, zystischen Echotextur. Als indirektes Zeichen einer Entzündung zeigt sich sonographisch eine vermehrte Durchblutung des Organs.

Eine Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis ist mit Schilddrüsenhormon (L-Thyroxin) sinnvoll, wenn eine Schilddrüsenvergrößerung und/oder eine Hypothyreose gefunden werden. Die Antikörper im Blut der Patienten können über eine lange Zeit positiv sein, bevor es zu einer offensichtlichen Störung der Schilddrüsenfunktion kommt.

Bei 20% der Kinder verschwinden die Antikörper wieder von allein.

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