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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Nebennierenrindeninsuffizienz (Morbus Addison)

Die Nebenniere ist ein kleines Organ, das man am oberen Pol der Nieren findet (ca. 5 bis 15 Gramm). Die Nebenniere besteht aus dem Nebennierenmark (innen) und der Nebennierenrinde (außen). Im Mark werden die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin, in der Rinde die Hormone Aldosteron, Cortisol und DHEA sowie eine Reihe von Hormonvorstufen gebildet. Damit dient die Nebenniere der Stresstoleranz des Menschen. Insbesondere dient die Nebenniere der Regulation des Blutdrucks, der Regulation des Salzgehaltes im Blut und des Blutzuckerspiegels. Ferner ist Cortisol in vielfältige Stoffwechselprozesse des Körpers eingebunden und reguliert den Energieumsatz der Zellen.

Leitsymptome einer akuten Unterfunktion der Nebennierenrinde bei Neugeborenen sind Unterzuckerung, Wasserverlust, Gallestau, Gedeihstörung, wiederholtes Erbrechen und Absinken des Natriums und Anstieg des Kaliums im Blut. Zuletzt führen diese Störungen unbehandelt zum Schock und zum Tod.

Bei Kindern und Jugendlichen können noch weitere Symptome wie Gewichtsabnahme, Leistungsabfall, ausgeprägte Müdigkeit und Schlappheit mit Verschlechterung der schulischen Leistungen, Schwäche, Störungen von Wachstum und der Pubertät, schnelle Bräunung der Haut (vor allem Hautfalten und Handlinien), Unterzuckerungen und Blutdruckabfälle auftreten. Schock und Tod können im Gefolge von Krisen aber auch ohne vorangehende Symptome im Rahmen von Infekten und bei Operationen auftreten.

Die Nebennierenrindeninsuffizienz kann sowohl primär als auch sekundär/tertiär verursacht sein (Funktionsausfall der Nebennieren bzw. fehlende hormonelle Stimulation durch die Hirnanhangsdrüse oder den Hypothalamus).

Die häufigste Ursache einer primären Insuffizienz ist ein Autoimmunprozess. Es gibt aber noch eine ganze Reihe weiterer Ursachen, darunter auch genetische Störungen. Im Kindes- und Jugendalter spielt die sekundäre oder tertiäre Insuffizienz die größte Rolle. Üblicherweise sind die Erkrankungen, die zu einer Nebennierenrindeninsuffizienz führen nicht heilbar.

Da die Ursache vielgestaltig ist, muss bei dem klinischen Verdacht auf eine Nebennierenrindeninsuffizienz eine gründliche hormonelle, bildliche und evtl. auch genetische Diagnostik erfolgen.

Die Behandlung besteht in dem Ersatz der fehlenden Hormone Cortisol und Aldosteron in Form von Hydrocortison und 9α-Fluorcortison. Bei Stresssituationen muss eine sofortige Anpassung der Dosis des Hydrocortisons erfolgen. Ein Absetzen der Medikation kann gefährlich sein und zum Tode führen.

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