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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Diabetes insipidus

Das Adiuretin ist ein Hormon des Hypothalamus, es gelangt über den Hypophysenstiel in die Hypophyse und wird dort gespeichert. Über Barorezeptoren, die den Wasserhaushalt des Körpers abtasten, wird Adiuretin reguliert. Sinkt der Flüssigkeitsgehalt ab mit ansteigenden Elektrolytkonzentrationen, wird Adiuretin ausgeschüttet. Es wirkt an der Niere und hält Flüssigkeit im Körper zurück (ansteigende Urinkonzentration).

Ein Mangel an Adiuretin (ausgelöst durch Entzündungen, durch Tumoren, durch Verletzungen am Hypophysenstiel) löst eine erhöhte Urinmenge (Wasserverlust mit niederiger Urinkonzentration) über die Nieren aus (Diabetes insipidus neurohormonalis) und lässt den Körper an Wasser verarmen. Es entsteht ein schweres Durstgefühl durch die Austrocknung (Exsikkose). Der Patient beginnt große Mengen an Flüssigkeit zu trinken (mehrere Liter), die aber gleich wieder ausgeschieden werden. Durch Messung der Blut- und Urin-Osmolalität sowie durch Messung des Adiuretins (evtl. im Durstversuch) wird die Diagnose gestellt.

Zur Behandlung des zentralen Diabetes insipidus steht die synthetische Substanz Desmopressin (Minirin) transnasal und als Tablette zur Verfügung.

Minirin wird auch beim Bettnässen (Enuresis) eingesetzt. Es wäre eine kausale Therapie, wenn es stimmt, dass Einnässen durch vermehrte Urinproduktion in Folge eines passageren ADH-Mangels verursacht wird.

Vom zentralen Diabetes insipidus ist der renale Diabetes insipidus abzugrenzen, bei dem an der Niere ein Rezeptor-Defekt für Adiuretin vorliegt. Das Hormon wird zwar in großen Mengen gebildet, kann aber an der Niere den Wasserverlust nicht aufhalten.

Der psychogene Diabetes insipidus ist eine Trinkstörung: gewohnheitsmäßig vermehrtes Trinken (Polydipsie) ist Ursache für die großen Urinmengen. Dieses ist die häufigste Störung des Flüssigkeitshaushalts.

Wird zuviel Adiuretin gebildet, spricht man von einer inadäquaten ADH -(Adiuretin-) Ausschüttung oder einem inadäquaten ADH-Syndrom (SIAD). Dies wird beobachtet bei Frühgeborenen unter Beatmung oder bei Bronchial-Karzinom. Es wird durch Drosselung des Nierenabflusses zuviel Wasser im Körper zurückgehalten. Eine Absenkung der Natriumkonzentration ist die Folge.

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