Praxis - Diagnostik - Wissenschaft. Gemeinsam bewirken wir mehr.

endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Hypophysenerkrankungen (Hirnanhangdrüse)

Sie hat als erbsgroßes Organ ihre Lage mitten im Kopf sehr geschützt hinter den Augen. In ihr werden aus unterschiedlichen Zellen acht verschiedene Hormone gebildet. Hormonelle Impulse (Freisetzungshormone, Releasing-Hormone) aus einem übergeordneten Zentrum des Gehirns (Hypothalamus) stimulieren die hypophysären  Hormone, die selbst wiederum periphere Organe wie Schilddrüse oder Eierstöcke zur Hormonausschüttung anregen. Zu Recht wird deshalb das Hypothalamus-Hypohysensystem als zentrales hormonelles Steuerungsorgan bezeichnet.

Die Hypophyse setzt sich während der Entwicklung im 2. Schwangerschaftsmonat im Mutterleib aus zwei unterschiedlichen Zellsystemen zusammen:

  • aus dem Gehirn wächst ein Zellzapfen nach unten und bildet später den Hypophysenstiel (mit einem Venengepflecht) und daran hängend den Hypophysenhinterlappen. Er ist verantwortlich für die Ausschüttung der Hormone Adiuretin (=ADH oder Arginin-Vaso-Pressin=AVP) und Oxytocin. Dieses System wird wegen seines Ursprungs als Neurohypophyse bezeichnet.
  •  von unten her wächst aus der Schlundtasche (Ratkesche Tasche) ein Zellzapfen nach oben und verbindet sich locker über das Intermediärgewebe mit der Neurohypophyse. Dieser Teil besteht aus anderen Zellen und wird als Adenohypophyse bezeichnet. Ihre Zellen produzieren ACTH, FSH, LH, Prolaktin, TSH und Wachstumshormon.

Werden diese Hormone zu wenig gebildet, entstehen hormonelle Mangelzustände wie z.B. Kleinwuchs bei Wachstumshormonmangel. Bei vermehrter Ausschüttung etwa durch Adenome (gutartige Knötchen), resultieren besondere Krankheitszustände durch Überstimulation peripherer homoneller Drüsen, z.B. ein Morbus Cushing durch zu starke Stimulation des Cortisols aus den Nebennieren bei einem ACTH-bildenden Adenom.

Ein typischer Tumor bildet sich aus verschleppten Zellen der Rathke'schen Tasche im Bereich der Hypophyse und wird als Craniopharyngeom bezeichnet. Er ist immer gutartig, kann aber durch Druck auf seine Umgebung zu Hormonausfällen, zu Appetit- und Sättigungsstörungen und durch Druck auf die Sehbahn zu Gesichtsfeldausfällen führen.

 

 

Unsere Standorte