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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Prämature Ovarialinsuffizienz

Unter prämature Ovarialinsuffizienz versteht man ein vorzeitiges Erlöschen der Eierstockfunktion. Man findet für diese Situation auch Begriffe wie: Klimakterium praecox, vorzeitige Wechseljahre, prämature Menopause, oder POF (Premature ovarian failure). All diese Begriffe beschreiben ein Erlöschen der Eierstockfunktion vor dem 40. Lebensjahr. Dies tritt bei etwa 1% aller Frauen auf und führt eben schon in jungen Jahren zu typischen Symptomen, die ansonsten erst in den Wechseljahren erwartet werden:

  • Unregelmäßiger Zyklus/Ausbleiben der Regelblutung
  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • Libidoverlust
  • Antriebsschwäche

Die Ursachen der vorzeitigen Menopause sind vielfältig, so lassen sich in einigen Fällen genetische Veränderungen, immunologische Störungen oder anatomische Veränderungen nachweisen. Bei einigen Frauen kommt es auch in Folge einer Chemotherapie oder Strahlentherapie zum vorzeitigen Funktionsverlust der Eierstöcke.

Trotz systematischer Diagnostik gelingt es nicht in allen Fällen die genaue Ursache der vorzeitigen Wechseljahre aufzuklären, dann spricht man von der „idiopathischen prämaturen Menopause“.

Stellt sich eine Patientin mit den oben genannten typischen Symptomen vor, so wird zunächst eine Hormonuntersuchung durchgeführt. Eine vorzeitige Erschöpfung der Eierstöcke erkennt man vor allem an einem deutlichen Anstieg des FSH Hormons und einem zu niedrigen Spiegel des AMH Hormons. Manchmal ist das AMH Hormon auch überhaupt nicht mehr im Blut nachweisbar.

Früher hat man zur Diagnostik in einigen Fällen auch eine Gewebsentnahme aus dem Eierstock mit histologischer Untersuchung des Gewebes vorgenommen. Dies ist heute in den meisten Fällen entbehrlich.

Bei der Beratung der Patientin mit vorzeitiger Menopause spielen vor allem zwei Aspekte eine Rolle:

1. Therapie der Symptome des Hormonmangels
2. Möglichkeiten zur Behandlung bei unerfülltem Kinderwunsch

 

Die Symptome des Hormonmangels lassen sich bei vorzeitiger Menopause ebenso wie bei der typischen Wechseljahrsituation durch eine Hormonersatztherapie behandeln. Prinzipiell kommen auch die gleichen Hormonpräparate zum Einsatz. Diese Hormonersatztherapie ist gerade für Frauen mit vorzeitiger Menopause besonders wichtig, da sie ja noch sehr viele Jahre mit dieser Hormonmangelsituation leben müssen und es ohne den Ausgleich des Hormonmangels sehr oft zur Entwicklung einer Osteoporose kommt. Aus diesem Grund rät man quasi allen Frauen mit vorzeitigen Wechseljahren zu einer Hormonersatztherapie, um die langfristigen Folgen des Hormonmangels von vorneherein zu vermeiden.

Sofern die Diagnose der vorzeitigen Menopause gesichert ist, besteht eigentlich keine realistische Möglichkeit mehr eine Schwangerschaft zu erzielen, da das Wesen der Erkrankung darin besteht, dass die Eierstöcke keine Eizellen mehr enthalten. Die einzige Möglichkeit eine Schwangerschaft zu erzielen besteht in solchen Fällen darin, auf eine Eizellspende zurückzugreifen, dies ist in Deutschland verboten. Viele Patientinnen gehen jedoch hierzu ins Ausland und lassen dort eine solche Behandlung vornehmen.

Am ENDOKRINOLOGIKUM werden Patientinnen mit vorzeitiger Menopause interdisziplinär beraten, d.h. Speziallisten aus verschiedenen Fachgebieten (Frauenärzte, Genetiker, Psychologen, Endokrinologen) erstellen gemeinsam mit der betroffenen Frau ein Therapiekonzept, um langfristige Folgen dieser speziellen Hormonstörung zu verhindern, und um der Patientin bei der Erstellung ihres individuellen Lebensentwurfes und ihrer Familienplanung behilflich zu sein.

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