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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Hyperandrogenämie

Unter Hyperandrogenämie versteht man einen Überschuss männlicher Geschlechtshormone bei der Frau. Zunächst muss betont werden, dass männliche Geschlechtshormone sowohl von Männern als auch von Frauen produziert werden. Ebenso wie auch Männer in verschiedenen Organen weibliche Geschlechtshormone bilden.

Letztlich ist immer die Balance zwischen männlichen und weiblichen Geschlechtshormonen entscheidend und führt bei einem ungünstigen Gleichgewicht zu entsprechenden klinischen Symptomen. Bei der Frau werden männliche Geschlechtshormone überwiegend in den Eierstöcken produziert. Darüber hinaus bilden aber auch die sogenannten Nebennieren (Hormondrüsen die oberhalb der Niere angelegt sind) und ebenso das Fettgewebe männliche Hormone. So steht bei Verdacht auf Hyperandrogenämie zunächst die Suche nach den Ursachen bzw. nach der Hauptbildungsstätte der Hormone im Vordergrund.

Das Haupthormon unter den männlichen Geschlechtshormonen ist das Testosteron. Darüber hinaus werden aber auch andere Hormone wie Androstendion, DHEAS und weitere Hormone als männliche Geschlechtshormone klassifiziert. Testosteron wird überwiegend im Eierstock gebildet, während z.B. Androstendion und DHEAS auch in erheblichem Umfang aus der Nebenniere stammen können.

Aus dem oben gesagten wird deutlich, dass allein aus dem Verhältnis der Hormonwerte im Blut schon Rückschlüsse darauf gezogen werden können, welches Organ als Hauptbildungsstätte der männlichen Hormone in Frage kommt. Dies ist wichtig, um anschließend die Therapiemöglichkeiten festzulegen.

Symptome

Die typischen Symptome der Hyperandrogenämie bei der Frau sind

  • Verstärktes Haarwachstum
  • Akneneigung/Neigung zu unreiner Haut
  • Alopezie (Glatzenbildung/Geheimratsecken)

 

In ausgeprägten Fällen kann es sogar zu einer Stimmvertiefung und zur Vergrößerung der Klitoris kommen. Hierbei handelt es sich jedoch um eher seltene Symptome, die dann auch einer weiteren Abklärung bedürfen. Iinsbesondere muss, wenn sich diese Symptome sehr rasch entwickeln (innerhalb weniger Wochen) auch ausgeschlossen werden, dass ein Tumor in der Nebenniere oder im Eierstock vorliegt, der große Mengen an männlichem Hormon produziert und damit zu diesen ungewöhnlichen Symptomen führt.

Diagnostik

Die Diagnostik der Hyperandrogenämie gelingt, wie auch die Diagnostik anderer Hormonstörungen, meist schon durch gezielte Blutuntersuchungen. Es wurde bereits gesagt, dass allein das Verhältnis der verschiedenen Androgenhormone zueinander, Hinweise auf die Ursache gibt. Danach richtet sich die Empfehlung zur weiteren Therapie.

 

Therapie

Die Therapie der Hyperandrogenämie besteht meist in einer sogenannten Hormonblockade. So kann durch die Verabreichung einer Antibabypille und damit Ruhigstellung der Eierstöcke auch die Produktion männlicher Geschlechtshormone im Eierstock unterbunden werden. Kommt es durch eine Überfunktion der Nebenniere zu verstärkten Bildung männlicher Hormone, so kann durch Verabreichung niedriger Dosierungen der sogenannten Glucocorticoide (hierzu zählt auch Cortison) die Produktion der männlichen Hormone gebremst werden.

Da auch das Fettgewebe in der Lage ist männliche Geschlechtshormone zu bilden, steht bei übergewichtigen Frauen die Gewichtsreduktion und fettarme Ernährung an erster Stelle der Therapie-maßnahmen. Hierzu werden Ernährungsberatung und gezielte sportliche Aktivität angeboten, aber auch medikamentöse Maßnahmen, die geeignet sind eine Gewichtsreduktion zu unterstützen.

 

 

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