Praxis - Diagnostik - Wissenschaft. Gemeinsam bewirken wir mehr.

endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Männlicher Hormonmangel

Grundlage der Diagnostik bei Verdacht auf Hypogonadismus bzw. bei der Abklärung einer Erektilen Dysfunktion ist eine ausführliche Anamnese (Eigen-Anamnese, Familien- und Sexual-Anamnese), eine körperliche Untersuchung inklusive Genitalstatus und eine sonografische Darstellung des Hodeninhaltes (Nebenhoden, Hoden und ggf. Darstellung von Pathologien wie Varicozele, Hydrocele bzw. Spermatocele). Darüberhinaus sind Bauchumfang, Größe und Gewicht zu dokumentieren.

Weiterhin gehört die Bestimmung der klinischen Routineparameter (BB, Leberwerte, Kreatin, BZ etc.) sowie der Hormonparameter TSH, Testosteron, SHBG, Prolaktin, Estradiol, LH und FSH sowie Androstendion und DHEAS zur Routinediagnostik.

Die Tagesrhythmik ist insbesondere bei der Bestimmung der Gesamttestosteron Konzentration zu beachten (Abnahme zwischen 7.00 und 10.00 Uhr morgens).

Die Eigenanamnese umfasst u.a.

  • Hodenhochstand
  • Trauma
  • Geschlechtskrankheiten
  • Epididymitis/Orchitis
  • Eintritt der Pubertät
  • Operationen
  • chronische Erkrankungen
  • Noxen
    • Nikotin
    • Lösungsmittel
    • Adipositas
  • Aktuelle Medikation (z.B. Opiate)
  • Anabolika
  • Vita sexualis

 

Klinische Zeichen eines Testosteronmangels sind:

Psychische Symptome

  • Reizbarkeit
  • Nervosität
  • Ängstlichkeit
  • Depressive Verstimmung
  • Gedächtnisschwäche
  •  Konzentrationsprobleme

Körperliche Symptome

  • Muskelbeschwerden
  • Gelenkbeschwerden
  • Übermäßiges Schwitzen
  • Schlaflosigkeit
  • Muskelkraft
  • Hitzewallungen
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen
  • Körpergewicht
  • Osteopenie
  • Chronische Müdigkeit

Sexuelle Symptome

  • Sexuelles Interesse/Libido
  • Anzahl morgendlicher Erektionen
  • Potenz

 

Richtlinien der Endocrine Society zur Indikation einer Testosteronmessung auch ohne klinische Symptomatik:

  • Behandlung mit Medikamenten, die die Produktion oder Verstoffwechselung von Testosteron beeinflussen, z.B. Glucocorticoide, Ketoconazol und Opioide
  • HIV-assoziierter Gewichtsverlust
  • Terminale Niereninsuffizienz und Hämodialyse
  • Mittel- bis hochgradige COPD
  • Osteoporose oder nicht-traumatische Frakturen, insbesondere bei jungen Männern
  • Typ 2-Diabetes

 

Therapieindikation Altershypogonadismus (late onset Hypogonadismus)

Die Indikation für eine Therapie hängt nicht allein vom Testosteronspiegel sondern auch von der klinischen Symptomatik ab.

Individuelle Entscheidung zur Testosteronsubstitution in Abweichung von der obigen Empfehlung bei Klinefelter-Syndrom, Metabolischen Syndrom, Osteoporose oder auch bei langen (> 25) CAG repeats auf dem Androgenrezeptor.

Vor einer Therapie mit einem PDE 5 Hemmer bei einer Erektilen Dysfunktion ist erst ein eventuell bestehendes Testosterondefizit auszugleichen.

Bei der Indikation für eine Testosterontherapie ist vor Therapiebeginn die digitale Palpation der Prostata und die Bestimmung des PSA obligat. Unter einer Therapie mit Testosteron ist eine vierteljährliche Kontrolle der PSA Konzentration im ersten Therapiejahr empfohlen, danach 1x jährlich.

Nach dem Ausgleich eines Testosteronmangels erreicht der PSA Spiegel wieder das altersnormale Niveau. Weitere PSA - Anstiege unter einer Therapie mit Testosteron müssen sorgfältig beobachtet werden.

Die Entwicklung einer Polyglobulie unter einer Testosterontherapie ist möglich, regelmäßige Blutbildkontrollen sind empfohlen, im ersten Therapiejahr vierteljährlich.

Übersicht der Therapiemöglichkeiten bei Erektiler Dysfunktion:   

  • Psychotherapie, Partnertherapie
  • Vakuumpumpen und Erektionshilfen (Penisring)
  • Hormonelle Therapie (Testosteron)
  • Orale medikamentöse Therapie
  • Injizierbare und intraurethral applizierbare Medikationen
  • Schwellkörperimplantate
  • Rekonstruktive arterielle und venöse Chirurgie

 

Orale medikamentöse Therapie der Erektilen Dysfunktion

Yohimbin: Alkaloid aus dem Rindenextrakt des afrikanischen Baumes Corynanthe yohimbe. Zentral wirksamer α2-adrenergen Rezeptorantagonist.

PDE5 Inhibitoren: Hemmstoffe des cGMP-spaltenden Isoenzyms Phosphodiesterase Typ 5 (PDE5). Lokale Wirkung im Schwellkörpergewebe nach sexueller Stimulation.

  • Sildenafil
  • Tadalafil
  • Vardenafil

 

 

Unsere Standorte