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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Besondere Konstellationen der Gynäkomastie

Gynäkomastie und Pubertät
Ursache gesteigerte Estrogenempfindlichkeit des Brustdrüsengwebes. Bei einer Pubertätsgynäkomastie ist eine abwartende Beobachtung zu empfehlen  da Spontanregressionen häufig sind.  Bei lokaler Schmerzsymptomatik sind allerdings Tamoxifen oral oder Dihydrotestosteron lokal sehr schnell hilfreich.


Gynäkomastie und Klinefelter-Syndrom
Meist Ausdruck eines Testosteron-Mangels – bei Klinefelter-Patienten sollte daher auch ein niedrignormaler Testosteron-Spiegel (ggf. nach Abklärung eines Kinderwunsches) sowohl aus osteologischen Gründen aber auch wegen der Gynäkomastie-Entwicklung großzügig ausgeglichen werden.


Gynäkomastie und Kardiale Medikation
Nahezu alle kardialen Medikamente sind in publizierten Kasuistiken für die Entwicklung einer Gynäkomastie verantwortlich gemacht worden (u.a. Amiodaron, Captopril, Digitoxin, Diltiazem, Enalapril, Methyldopa, Nifedipin, Reserpin, Spironolacton, Verapamil).

Sinnvoll und erfolgreich ist der Austausch von Spironolacton gegen das (wesentlich teuere) Eplerenon (Inspra®, Pfizer) bei Entwicklung einer Gynäkomastie unter Spironolacton.


Gynäkomastie und Anabolika
Diagnostik in jedem Fall wie oben beschrieben, eine Therapie aber nur, wenn der Anabolika-Abusus glaubhaft beendet wird. Ideal ist – auch zur Aktivierung der gonadotropen Achse – die Verordnung von Tamoxifen.


Gynäkomastie und antiandrogene Therapie bei Prostatakarzinom
Prophylaktische Gabe von Tamoxifen, die Schmerzhaftigkeit der Brustdrüse kann dadurch ebenfalls von 57% bzw. 39% auf jeweils 6% reduziert werden.

Prophylaktische Radiotherapie für 1-5 Sitzungen mit 3-10 Gy reduziert die Inzidenz der Gynäkomastie von 70-85 % auf 10-50 %.


Viriles Mammakarzinom
Blutiges Sekret aus der Mamille sollte bereits klinisch auch an ein viriles Mammakarzinom denken lassen. Die Inzidenz des virilen Mammakarzinoms ist in den letzten 25 Jahren in den USA um 26 % angestiegen.

Erkrankungshäufigkeit von 1:100.000 pro Jahr.

Mittleres Alter bei Diagnosestellung: 67 Jahren. Bei Klinefelter-Syndrom und Gynäkomastie besteht ein 50fach höheres Risiko für ein viriles Mammakarzinom.

 

 

 

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