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3-beta-Hydroxysteroid-Dehydrogenase-Mangel Typ II

HSD3B2-Gen, Chromosom 1p13.1
[HSD]
OMIM-Nr. Erkrankung(en): 201810
OMIM-Nr. Gen: 109715

Material

Dauer der Untersuchung

  • 3 - 4 Wochen

Methodik

  • Mutationsnachweis durch DNA-Sequenzierung nach Polymerase-Ketten-Reaktion

Indikationen

  • Abklärung adrenaler Hyperandrogenämie (erhöhte Parameter: Testosteron, DHEA, ASD, 17OHP, 17HP) nach Ausschluss eines 21-Hydroxylase-Defekts
  • Klinische Anzeichen einer kongenitalen adrenalen Hyperplasie und biochemische Hinweise auf fehlende Umwandlung von 17-Hydroxypregnenolon in 17-Hydroxyprogesteron bzw. DHEA in Androstendion
  • Bereits aufgetretene AGS-Erkrankungen aufgrund von HSD3B2-Mutation in der Familie

Physiologie / klinische Bedeutung

Der klassische 3-beta-Hydroxysteroid-Dehydrogenase/∆5-∆4-Isomerase-Mangel (HSD3B2) ist eine autosomal rezessiv vererbte Krankheit, die die Steroidsynthese in den Nebennieren oder Gonaden verhindert. Damit zählt HSD3B2 – ebenso wie der 21-Hydroxylase- bzw. 11-beta-Hydroxylase-Mangel - zu den Enzymdefekten, die ein Adrenogenitales Syndrom (AGS) hervorrufen können. Im Vergleich zu diesen tritt er allerdings weniger häufig auf und ist verantwortlich für ca. 1 - 10 % der AGS-Fälle.

Die Störung in der Steroidbiosynthese wird verursacht durch Mutationen im HSD3B2-Gen, die zu Salzverlust mit verschieden starker Ausprägung in beiden Geschlechtern sowie zu unvollständiger Mas­kulinisierung der externen Genitalien bei Männern führen können. Im Allgemeinen führt diese Form des AGS nicht zur Maskulinisierung von weiblichen Feten und kann daher bei Mädchen bis zur Feststellung eines Salzverlustes unentdeckt bleiben.

Die Erkrankung kann sich in verschiedenen Ausprägungen manifestieren. Die schwereren Verlaufsformen (klassisches AGS) treten mit Salzverlust bereits in den ersten Lebensmonaten auf, während die milderen Formen (nicht-klassisches AGS, Late-onset-AGS) erst in der Pubertät manifestiert werden, wobei dann häufig Mädchen betroffen sind.

Im Gegensatz zu Defekten im 21- und 11-beta-Hydroxylase-Gen ist der Defekt im 3-beta-Hydroxysteroid-Dehydrogenase-Gen nicht auf die Störung der Nebennieren beschränkt, sondern verhindert die Steroidsynthese sowohl in den Nebennieren als auch in den Gonaden. Dadurch kommt es in diesen Geweben zu einer verminderten Sekretion von Cortisol, Aldosteron, Progesteron, Androgenen und Östrogenen. Als biochemisches Kennzeichen für die Diagnose ist ein erhöhtes Verhältnis der Plasmakonzentrationen von 17-Hydroxypregnenolon zu 17-Hydroxyprogesteron bzw. DHEA zu Androstendion zu nennen.

Das Gen für die 3-beta-Hydroxysteroid-Dehydrogenase/∆5-∆4-Isomerase Typ II ist auf dem Chromosom 1 lokalisiert und seine Struktur ist vollständig aufgeklärt. Damit ist eine direkte Genanalyse möglich.

Bislang sind Mutationen nur im HSD3B2-Gen beschrieben worden, während im Isoenzym 1, das in der Plazenta und peripheren Geweben exprimiert wird, keine Mutationen gefunden wurden, die die Krankheit auslösen. Da bisher keine Hot-Spot-Mutationsbereiche im Gen beschrieben wurden, muss der gesamte kodierende Bereich des Gens sequenziert werden.

Akkreditierung/Fremdleistung

A