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Steroid-5-alpha-Reduktase-Mangel

SRD5A2-Gen, Chromosom 2p23, SAR-Mangel
[SAR]
OMIM-Nr. Erkrankung(en): 264600

Material

Dauer der Untersuchung

  • 3 - 4 Wochen

Methodik

  • Mutationsnachweis durch DNA-Sequenzierung nach Polymerase-Ketten-Reaktion

Indikationen

  • Zwittrige Genitalien bei männlichem Karyotyp
  • Äußeres weibliches Genitale mit Klitorishypertrophie
  • Erhöhter Testosteron-/DHT-Quotient

Physiologie / klinische Bedeutung

Der Steroid-5-alpha-Reduktase-Mangel ist die häufigste genetische Ursache für zwittrige Genitalien bei männlichen Individuen. Es handelt sich um eine Störung der Androgenwirkung auf metabolischer Ebene. Die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) in den Zielzellen ist essentiell für die Ausdifferenzierung der männlichen Geschlechtsorgane.

Inaktivierende Mutationen im Steroid-5-alpha-Reduktase-Gen (SRD5A2-Gen) können je nach Einfluss der Mutation auf die Enzymaktivität graduelle oder komplette Entwicklungsstörungen des männlichen Genitale hervorrufen. In den schweren Fällen liegt ein kompletter Pseudohermaphroditismus masculinus vor. Betroffene karyotypisch männliche Neugeborene besitzen ein phänotypisch weibliches Genitale, das sich als pseudovaginale perineoskrotale Hypospadie (PPSH) darstellt. In einigen Fällen wird eine Klitorishypertrophie oder ein hoher Dammschluss festgestellt. Dihydrotestosteron-abhängige Gewebe bzw. Entwicklungsvorgänge, wie der Penis und die Prostataentwicklung sowie das Deszendieren der Testes unterbleiben ganz oder teilweise. Eine minimale Spermabildung tritt in einigen Fällen auf. Die Diagnose wird häufig erst in der Pubertät gestellt, wenn der Stimmbruch einsetzt. Während der Pubertätsentwicklung und im Erwachsenenalter sind die Testosteron-Konzentrationen normgerecht für männliche Individuen. Anabole Effekte der Androgene sind normal vorhanden, so dass ein maskuliner Körperbau mit ent­sprechender Muskelbildung nach der Pubertät vorliegt. Die Behaarung entspricht jedoch eher einem weiblichen Phänotyp, da die Haarwurzeln im Schambereich von der DHT-Produktion abhängig sind.

Biochemischer Hinweis auf die Umwandlungsstörung von Testosteron in Dihydrotestosteron ist ein erhöhter Quotient im Plasma. Unterstützend kann die Untersuchung der Stoffwechselstörung aus Genitalhautfibroblasten erfolgen.

Der Erbgang ist autosomal rezessiv. Das Steroid-5-alpha-Reduktase-Gen besteht aus 5 Exons, die komplett sequenziert werden können. Hot-Spots für Mutationen sind nicht bekannt.

Akkreditierung/Fremdleistung

A