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Steroid-21-Hydroxylase-Mangel

CYP21A2-Gen, Chromosom 6p21.3, 21-OHM
[AGS]
OMIM-Nr. Erkrankung(en): 201910

Material

Dauer der Untersuchung

  • 3 - 4 Wochen
  • Pränataldiagnostik: 7 - 10 Tage
    (bitte unbedingt telefonisch ankündigen)

Methodik

  • Mutationsnachweis durch DNA-Sequenzierung nach Polymerase-Ketten-Reaktion sowie Analyse des Verhältnisses der Anzahl von Kopien des aktiven Steroid-21-Hydroxylase-Gens zur Anzahl der Kopien des Pseudogens
  • Deletionsanalyse mittels MLPA (multiplex-ligationsabhängige Sondenamplifikation)-Technik

Indikationen

  • Adrenale Hyperandrogenämie
  • Hirsutismus
  • Neugeborene mit Virilisierungserscheinungen und ggf. mit Salzverlustsyndrom
  • Kinderwunsch, wenn in der Familie eines der beiden Partner Hinweise auf AGS-Erkrankungen vorliegen oder ein Partner Anlageträger ist
  • Pränataldiagnostik
  • Familienuntersuchungen

Physiologie / klinische Bedeutung

Der häufigste genetische Defekt der Steroidhormonsynthese betrifft die Steroid-21-Hydroxylase. Der Steroid-21-Hydroxylase-Mangel wird autosomal rezessiv vererbt und kann sich in verschiedenen Ausprägungen manifestieren.

Die schwereren Formen des Adrenogenitalen Syndroms (klassisches AGS), die in der westlichen weißen Bevölkerung etwa einmal auf 5.000 - 15.000 Geburten vorkommen, führen bei weiblichen Föten bereits im Uterus zu Virilisierungserscheinungen, die durch Gabe eines plazentagängigen Glucocorticoids (Dexamethason) verhindert werden können. Wenige Tage nach der Geburt kann in bestimmten Fällen neben der Virilisierung ein Salzverlustsyndrom beobachtet werden, das auf den ebenfalls vorhandenen Mangel an Aldosteron zurückzuführen ist (klassisches AGS mit Salzverlust).

Die Erkrankung tritt auch als nicht-klassische, so genannte „late-onset-Form“ auf, die in der westlichen weißen Bevölkerung etwa einmal auf 8.000 Geburten vorkommt. Die Verlaufsformen sind deutlich milder. Symptome, die auf einen Androgenexzess hindeuten, zeigen sich klinisch beim nicht-klassischen AGS meist erst nach der Pubertät. Knaben und Männer sind meist asymptomatisch. Das klinische Bild bei Mädchen kann stark variieren (prämature Pubarche, Akne, Seborrhöe, Hirsutismus, Kleinwuchs, akzeleriertes Knochenalter, Klitorishypertrophie).

Insbesondere Frauen mit klinischen Symptomen im Sinne eines „late-onset“ AGS und Kinderwunsch sollten auf Mutationen im Steroid-21-Hydroxylase-Gen (CYP21A2-Gen) untersucht werden, da dieser Erkrankung auch eine heterozygote schwerwiegende Mutation zugrunde liegen kann, die das Risiko für Kinder mit einem klassischen AGS erhöht.

Eine Pränataldiagnostik ist indiziert, wenn der begründete Verdacht besteht, dass ein weiblicher Fötus von einem klassischen AGS betroffen sein könnte. Geschlecht und Mutation können frühzeitig bestimmt werden (Chorionzottenbiopsie, Amniozentese). Auf diese Weise wird eine pränatale Therapie nur bei betroffenen Mädchen bis zum Ende der Schwangerschaft fortgesetzt.

Mehr als 50 CYP21A2-Mutationen wurden bislang im Zusammenhang mit einem Steroid-21-Hydroxylase-Mangel nachgewiesen. Dabei sind Deletionen und große Genkonversionen (bei ca. 30 % der betroffenen Allele) sehr häufig. Diese können mit Hilfe der MLPA-Technik nachgewiesen werden, die somit die Sequenzierung des Gens ergänzt.

Akkreditierung/Fremdleistung

A