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Vitamin H

Biotin, Vitamin B7
[VH]

Referenzbereich

  • Interpretation:

< 100 ng/l substitutionsbedürftiger Vitamin H-Mangel
100 - 249 ng/l suboptimierter Biotinspiegel,
Kontrolle und ggf. Therapie empfohlen
250 - 600 ng/l ausgeglichener Vitamin H-Haushalt
> 600 ng/l Biotinspiegel oberhalb der Nachweisgrenze

Material

  • 1 ml Serum, gefroren

Methodik

  • Enzyme-linked Immunosorbent Assay (ELISA)

Physiologie / klinische Bedeutung

Vitamin H, auch als Biotin oder Vitamin B7 bezeichnet, ist ein wasserlösliches Vitamin aus dem B-Komplex. Es spielt als prosthetische Gruppe von Enzymen im Stoffwechsel eine bedeutende Rolle. Durch die weitere Funktion als Koenzym spielt Biotin eine wichtige Rolle bei der Neubildung von Kohlenhydraten aus Nichtzuckerstoffen wie Fett und Eiweiß, wenn dem Körper durch die Nahrung zu wenig Kohlenhydrate zugeführt werden. Der Organismus hält dadurch die normalen Glukosewerte aufrecht. Beim Aufbau bestimmter Proteine (z. B. Serumalbumin) aus Aminosäuren ist Biotin indirekt beteiligt.

Der genaue Bedarf ist nicht bekannt. Folgende Tagesmengen geordnet nach dem Lebensalter können gemäß RDA (Recommended Daily Allowance) als Richtwerte dienen:

  • 0 - 6 Monate: 35 µg
  • 6 - 12 Monate: 50 µg
  • 1 - 18 Jahre: 100 - 200 µg
  • über 18 Jahren: 100 µg
  • während Schwangerschaft und Stillzeit: zuzüglich 50 µg

Merkmale eines Biotinmangels sind Hautstörungen, Haarausfall, spröde Nägel, Blutarmut, Depressionen, Müdigkeit, Ohnmacht, Appetitlosigkeit, Muskelschmerzen, erhöhte Gesamtcholesterinwerte, Unterzuckerung (Hypoglykämie) und Entzündung der Zunge (Glossitis).

Erniedrigte Biotinspiegel finden sich während Schwangerschaft und Stillzeit, bei Extremsportlern und bei Alkoholikern. Bei völligem Fehlen von Biotin entsteht eine schwere Form der seborrhoischen Dermatitis, die Leiner-Krankheit.

Der nachgewiesene Vitamin H-Mangel sollte ausgeglichen werden. Der Therapiebereich liegt zwischen 5 mg und 15 mg/d Biotin. Die Therapiedauer ist eine individuelle Entscheidung in Abhängigkeit von der klinischen Symptomatik.
Bei übermäßiger Einnahme von rohem Eiklar, das Avidin enthält, ist die Biotinwirkung vermindert.

Merkmale einer Biotinüberversorgung können verzögerte und verringerte Insulinausschüttung, erhöhter Bedarf an Vitamin C und an Vitamin B6 sowie erhöhte Blutzuckerwerte sein.

Methodische und patientenbezogene Angaben

Blutentnahme mit Serum-Movovette bzw. Serum-Vacutainer. Die Blutprobe soll innerhalb von 30 Minuten nach Abnahme abzentrifugiert, das Serum in ein steriles Probengefäß überführt, eingefroren (- 20 °C) und unter Verwendung einer Spezialverpackung, die bei uns angefordert werden kann, versendet werden.

Folgende Medikamente können den Biotinspiegel senken und tragen somit zu einem erhöhten Biotinbedarf bei:

  • Abführmittel
  • Alpha-Liponsäure
  • Antibiotika
  • Antiepileptika
  • Zytostatika

Hinweis:
Diese Untersuchung wurde zum 01.04.2008 aus dem EBM gestrichen und ist somit für GKV-Patienten nur noch als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) durchführbar.

Umrechnungsfaktor

  • ng/l (pg/ml) x 0,041 = nmol/l

Akkreditierung/Fremdleistung

A

Ansatzzeiten

1 /Woche