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Wachstumshormon

Somatotropes Hormon, STH, Growth Hormone, hGH
[GH]

Referenzbereich

  • Frauen:   < 6,88 µg/l
  • Männer:  < 1,23 µg/l

Material

  • 1 ml Serum

Methodik

  • Chemilumineszenzimmunoassay (CLIA)

Physiologie / klinische Bedeutung

Verschiedene Hormone wirken über ihre jeweiligen neuroendokrinen Achsen auf die Gonaden, die Nebennierenrinden, die Schilddrüse und auf den gesamten Körper. Letztere Achse – die somatotrope Achse – ist erst in jüngerer Zeit eingehender erforscht und hinsichtlich ihrer immensen physiologischen Bedeutung für Wachstums-, Differenzierungs- und Stoffwechsel-Prozesse auch im Organismus des Erwachsenen erkannt worden.

Mengenmäßig ist das Wachstumshormon (GH, growth hormone), das auch als Somatotropes Hormon (STH) bzw. als Somatotropin bekannt ist, unter den Hormonen des Hypophysenvorderlappens vorherrschend. Mit der Bezeichnung Wachstumshormon wird die primäre Funktion des Proteins als Steuerhormon von Wachstumsprozessen während der Kindheit und der Adoleszenz herausgestellt. Auch nach Abschluss des Längenwachstums wird – wenn auch in vermindertem Umfang – weiterhin GH produziert. Über die somatotrope Achse werden sowohl der Eiweiß-, der Fett- als auch der Kohlenhydratstoffwechsel offenbar ein Leben lang beeinflusst.

Hypothalamisch-hypophysärer Großwuchs bei Kindern
Akromegalie bei Erwachsenen
Zwergwuchs vom Typ Laron (Rezeptordefekt)
Ektope STH-Produktion bei Pankreas- und Bronchialkarzinom sowie Karzinoiden
Hypothalamisch-hypophysärer Minderwuchs bei Kindern
Hypophysärer Zwergwuchs bei Erwachsenen
Wachstumsverzögerung

Das Wachstumshormon wird pulsatil ausgeschüttet und unterliegt einem ausgeprägten Wach-Schlaf-Rhythmus, vor allem in der Pubertät. Bei Hunger, körperlicher Belastung sowie bei verschiedenen Angst- und Stress-Situationen wird vermehrt Wachstumshormon ausgeschüttet. Durch Kohlenhydrate wird die Wachstumshormonkonzentration supprimiert.

Methodische und patientenbezogene Angaben

Stress-Situationen, die zu einer vermehrten Ausschüttung von STH führen, sollten vermieden werden. Die Blutentnahme sollte morgens nach ca. 10 - 12 Std. Nahrungskarenz erfolgen. Interferierende Medikamente sollten 3 bis 4 Tage vor der Blutentnahme abgesetzt werden.

Blutentnahme mit Serum-Monovette bzw. Serum-Vacutainer. Nach Abschluss der Gerinnung Serum abpipettieren, in ein steriles Probengefäß überführen und ins Labor senden.

Levodopa, Insulin, Beta-Blocker (Propranolol) oder Östrogene führen zur STH-Erhöhung; Phenothiazine (z.B. Chlorpromazine) senken den STH-Spiegel.

Die gleichzeitige Bestimmung von Somatomedin C (siehe IGF-I) ist sinnvoll. Die Wachstumshormonkonzentration sollte außerdem bei verschiedenen Funktionstesten bestimmt werden: Hypophysenstimulationstest mit GHRH, mit TRH, Insulin-Hypoglykämietest, STH-Suppressionstest.

Umrechnungsfaktor

  • µg/l x 3,0 = mIU/l

Akkreditierung/Fremdleistung

A