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Serotonin

5-Hydroxytryptamin, 5-HT
[Serum: SERO; Urin: SEROU]

Referenzbereich

  • Serum:             40,0 – 200  µg/l
  • Urin:                 < 200        µg/d

Material

  • 2 ml Serum oder
  • 10 ml Urin (aus 24-Stunden-Sammelurin, angesäuert, gekühlt),
    Urin während Sammelperiode und für den Versand vor Licht schützen.

Methodik

  • Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC)

Physiologie / klinische Bedeutung

Serotonin, auch 5-Hydroxytryptamin genannt, wird aus der Aminosäure Tryptophan über 5-Hydroxytryptophan synthetisiert und überwiegend als 5-Hydroxy-Indolessigsäure (5-HIES, 5-HIAA) im Urin ausgeschieden. Ein anderer Stoffwechselweg führt z. B. in der Zirbeldrüse (Epiphyse) zur Bildung des Neurohormons Melatonin.

Serotonin dient als Transmitter für Serotoninergische Neurone, ist ein Stimulator der glatten Muskulatur (Vasokonstriktor) und auch an der Blutstillung beteiligt.

Bereiche der Verhaltensmuster wie z. B. Aggression, Sexualverhalten und Thermoregulation werden durch Serotonin ebenso beeinflusst wie motorische Aktivität und das Schlafverhalten. Zusammenhänge mit Angstzuständen, Depressionen, Schizophrenie und Karzinoid-Tumoren sind ebenfalls gut untersucht.

Veränderte Konzentrationen an zirkulierendem 5-HAT bzw. dem Metaboliten 5-HIES im Urin findet man bei:

  • Karzinoid-Tumoren (Foregut-, Midgut-, Hindgut-Karzinoide)
  • Heparin-induzierter Thrombozytopenie (HIT)
  • Depression / Schizophrenie
  • Duchenne Muskeldystrophie
  • Primärem Bluthochdruck
  • Autistischen Kindern (infantil)
  • Präeklampsie-Schwangerschaften

Methodische und patientenbezogene Angaben

Bis zu 2 Tage vor und während der Probennahme (Sammelurin) dürfen keine Serotonin-haltigen Nahrungsmittel oder deren Säfte verzehrt werden. Hierzu gehören Ananas, Auberginen, Avocados, Bananen, Johannisbeeren, Kiwis, Melonen, Mirabellen, Pfirsiche, Schokolade, Stachelbeeren, Tomaten, Walnüsse und Zwetschgen.

Für folgende Medikamente gilt ebenfalls Abstinenz: Guaifenesin, Mephenesin, Methocarbamol, Paracetamol und Salicylsäure.

Für die Erstellung des Sammelurins ist die Vorlage von Eisessig erforderlich. Während des Sammelzyklus wird das Gefäß vor Licht geschützt und gekühlt (+ 4 °C) im Kühlschrank aufbewahrt. Für den Versand ist ein Aliquot (10 ml Urinmonovette/Urin-Vacutainer) zu benutzen und in der braunen Versandhülse (alternativ mit Alufolie umwickeln) zu versenden.

Für die Bestimmung aus dem Serum Blutentnahme mit Serum-Monovette bzw. Serum-Vacutainer. Nach Abschluss der Gerinnung Serum abpipettieren, in ein steriles Probengefäß überführen und ins Labor senden.

Umrechnungsfaktor

  • µg/l x 5.675 = nmol/l

Akkreditierung/Fremdleistung

A