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Estron

Oestron (Östron)
[E1]

Referenzbereich

  • Frauen:

Postmenopause (ohne ERT):

14,1 - 103 ng/l 

Postmenopause (mit ERT):

40,0 - 346 ng/l

Material

  • 1 ml Serum

Methodik

  • Radioimmunoassay (RIA)

Physiologie / klinische Bedeutung

Das Estron (E1) ist neben dem Estradiol (E2) der zweite wesentliche von den Ovarien produzierte Estrogenparameter. In der Prämenopause wird allerdings nur 70 bis 80 % des im Serum messbaren Estrons von den Ovarien synthetisiert. Die restlichen 20 bis 30 % entstehen als Folge der Konversion von Androstendion und DHEA im Fettgewebe, vermittelt durch eine nicht vom FSH induzierte Aromatase.

Die periphere Konversion von Androgenen zu Estrogenen ist die Ursache dafür, dass der Abfall der Estronspiegel in der Postmenopause nicht ganz so ausgeprägt ist wie der des Estradiols. Postmenopausal höhere Estronspiegel sind korreliert mit einem geringeren Risiko einer Osteoporose bzw. Atrophisierungserscheinungen an den estrogenabhängigen Geweben, andererseits aber mit einem höheren Risiko von Endometriumsatypien.

Höhere Estronwerte finden sich somit vor allem bei Übergewichtigen. Estradiol, das über die orale Route substituiert wird, wird nach der Resorption im Darm zunächst zu einem hohen Anteil in Estron konvertiert, das dem Körper dann wieder als „Speicherform“ für eine Rekonversion in Estradiol zur Verfügung steht.

Methodische und patientenbezogene Angaben

Bei parenteraler Verabreichung von Estradiol findet man vergleichsweise niedrige Estronspiegel. Nach oraler Verabreichung von Estronhaltigen Präparaten (z. B. konjugierte equine Estrogene) erscheint ein Teil des Estrons nach Konversion in Form von Estradiol. Bei der Beurteilung sowohl von Estradiol, als auch von Estronspiegeln ist also die Kenntnis der Verabreichungsform wichtig. Die Bestimmung von Estron kann somit in der Postmenopause eine wesentliche zusätzliche Information hinsichtlich des Nachweises bzw. des Ausschlusses eines Estrogenmangels bieten.

Blutentnahme mit Serum-Monovette bzw. Serum-Vacutainer. Nach Abschluss der Gerinnung Serum abpipettieren, in ein steriles Probengefäß überführen und ins Labor senden.

Akkreditierung/Fremdleistung

A

Ansatzzeiten

1 /Woche