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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Hypoglykämie und Hyperinsulinismus

Unter einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) versteht man einen Blutzuckerwert unter 50 mg/dl bei Kindern und Erwachsenen bzw. unter 35 mg/dl bei Neugeborenen. Die Unterzuckerung kann von Symptomen wie Schwitzen, Herzrasen, Zittern, Blässe bis hin zu Krampfanfällen und Koma begleitet sein.

Eine Hypoglykämie tritt auf, wenn der Glukoseverbrauch des Körpers größer ist als die Glukose-Reserven.

Dies ist der Fall bei:

  • Frühgeborenen/hypotrophen Neugeborenen („Mangelgeburt“)
  • Neugeborenen diabetischer Mütter
  • angeborenen Stoffwechselstörungen
  • angeborenem Hyperinsulinismus
  • Krankheiten mit Erbrechen und Nahrungsverweigerung
  • langem Fasten bzw. geringer Fastentoleranz
  • beeinträchtigter hormoneller Gegenregulation, wie zum Beispiel bei einem Wachstumshormon-Mangel, einer Hypophysen-Insuffizienz oder einer Nebennierenrinden-Insuffizienz
  • übermäßiger körperlicher Aktivität

 

Vor der Akuttherapie mit Glukose i.v. sollte immer eine Blutentnahme erfolgen, um die Ursache der Hypoglykämie zu ermitteln.

Das Hormon Insulin wird in den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse produziert und reguliert den Blutzuckerspiegel, indem es den Transport von Glukose in die Körperzellen ermöglicht.

Beim angeborenen Hyperinsulinismus (kongenitaler Hyperinsulinismus = KHI) kommt es in den ersten Lebenstagen auch bei niedrigem Blutzuckerspiegel zu einer übermäßigen Ausschüttung von Insulin und in der Folge zu einer Unterzuckerung. Ein sehr hoher Glucosebedarf zur Vermeidung erneuter Hypoglykämien ist ein deutlicher Hinweis auf einen KHI.

Man unterscheidet eine diffuse Form des KHI, bei der alle Beta-Zellen betroffen sind und eine fokale Form des KHI, bei der nur eine oder mehrere Regionen der Bauchspeicheldrüse betroffen sind. Dies kann mit modernen bildgebenden Diagnoseverfahren unterschieden werden. Je nach Form wählt man eine medikamentöse oder eine operative Therapie.

In manchen Fällen kann sich ein KHI auch komplett zurückbilden (transitorische Form).

Der erworbene Hyperinsulinismus hingegen spielt im Kindes- und Jugendalter nur eine untergeordnete Rolle und tritt meist erst deutlich später in Erscheinung.

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