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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Hyperandrogenismus bei Mädchen und Jungen

Bei der Hyperandrogenämie handelt es sich um eine Überproduktion von männlichen Geschlechtshormonen aus den Eierstöcken oder der Nebennierenrinde bei Mädchen oder Frauen.

Dies kann verschiedene Gründe haben. Neben einer passageren Imbalance während der Pubertätsentwicklung oder durch Medikamenteneinnahme, kann ein Enzymdefekt der Nebennierenrinde oder ein androgenbildender Tumor der Eierstöcke oder der Nebennierenrinde Ursache sein. Auch ein polyzystisches Ovarsyndrom oder eine Störung der Geschlechtsentwicklung kommen in Frage.

Die Symptomatik ist abhängig vom Alter des Mädchens. Es kann zu einem frühzeitigen Auftreten (vor dem 8. Lebensjahr) von Axillar- oder Schambehaarung, bzw. von Schweißgeruch, Akne oder fettigen Haaren kommen. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zur Vermännlichung des Mädchens mit Klitorisvergrößerung, tiefer werdender Stimme und männlichem Körperbau. Bei Jugendlichen und jungen Frauen zeigt sich eine Vermehrung der Terminalhaare mit männlichem Behaarungsmuster an Wangen, Oberlippe, Kinn, Hals und Brust. Desweiteren zeigt sich eine vermehrte Talgabsonderung in Form von fettigen Haaren und Akne. Manchmal kommt es auch zu einem verstärkten Haarausfall v.a. im Stirn- und Scheitelbereich oder zu Zyklus- bzw. Fertilitätsstörung (verminderte Fruchtbarkeit).

Neben Basisdaten wie Größe, Gewicht und Blutdruck, wird der Behaarungstyp beurteilt. Diagnostisch wegweisend sind neben einer Sonographie der Eierstöcke, der Gebärmutter und der Nebennieren eine endokrinologische Diagnostik in Urin und Blut. In Abhängigkeit von den Ergebnissen der Erstdiagnostik können sich weitere Untersuchungen wie endokrinologische Funktionstests, Molekulargenetik oder eine Knochenalterbestimmung anschließen.

Die Therapie ist abhängig von der Ursache der Hyperandrogenämie und dem Alter der Patientin. Neben konservativen Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, Sport und kosmetische Haarentfernung kommen verschiedene Medikamente wie Glukokortikoide oder Antiandrogene in Frage. Bei Tumoren wird meist eine chirurgische Intervention durchgeführt.

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