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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Vitamin D

Unter Vitamin D versteht man vor allem das Cholecalciferol, das in der Leber hydroxiliert wird zu 25-Hydroxycholecalciferol (dies wird üblicherweise gemessen als Maß für die Vitamin D-Versorgung).

Die aktive Form, die vor allem in der Niere gebildet wird, ist das 1,25-Dihydroxycholecalciferol (oder Calcitriol). Die Umwandlung in die aktive Form wird vom Organismus kontrolliert, und insofern ist Calcitriol kein Vitamin im ei­gentlichen Sinne, sondern ein Hormon. Die Kontrolle erfolgt über das Parathormon, Einfluss haben hier u.a. der Kalziumspiegel, Calcitonin, Östrogene und Cortison­deri­vate.

Typische Mangelkrankheit war – und ist noch heute – die Rachitis beim Kind und die Osteomalazie bei Erwachsenen (siehe Beschreibung bei den Knochenerkrankun­gen). Vitamin D ist essenziell für den Kalziumhaushalt und den Knochenstoffwechsel des Menschen und hat darüber hinaus eine Vielzahl weiterer Wirkungen.

Vitamin D wird in der Haut unter dem Einfluss von UV-Strahlen aus 7-Dehydro­chole­sterol gebildet. Die Nahrung trägt sehr wenig bei zur Vitamin D-Versorgung; am ehesten noch fetter Seefisch. Bei wenig UV-Exposition benötigt man etwa 400 IE pro Tag – manche Experten empfehlen wesentlich höhere Dosierungen, nämlich 800 IE pro Tag zur Prophylaxe der Osteoporose und im Rahmen einer Osteoporosetherapie (1 µg entspricht 40 IE). 

Vitamin D-Überdosierung ist gefährlich. UV-Strahlen im Über­maß erzeugen keine Überdosis von Vitamin D (sind aber unter gesundheitlichen Aspekten trotzdem be­denk­lich – Hautalterung, mögliche Begünstigung von Haut­krebs). Beim Kind können Dosierungen ab 150 µg (6000 IE), bei Erwachsenen ab 500 µg pro Tag (20 000 IE) zu einer Überdosierung (Hyperkalzämie) führen. Wichtig: Einmaldosierungen, wie die frühere „Stoßtherapie“, tun dies in der Regel nicht – auch nicht die Behandlung mit 20 000 IE alle 14 Tage bei Erwachsenen – man muss aber unbedingt darauf achten, hochdosierte Präparate exakt nach Verordnung und nicht etwa täglich oder gar mehr­fach täglich zu nehmen.

Generell ist die Bevölkerung eher unterversorgt mit Vitamin D, speziell die Senioren, aber auch Menschen mit dunkler Hautpigmentierung. Osteomalaziegefährdet sind  auch heute noch, beispielsweise, Frauen mit dunkler Hautpigmentierung, die ver­schleiert gehen (3), zumal wenn die Ernährung kalziumarm ist oder Elemente enthält, die ungünstig für die Bioverfügbarkeit von Kalzium sind (z.B. Phytansäure).  

 

Quellen:

(1) Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr 

(2) Allied Health Sciences Section Ad Hoc Nutrition Committee, Aills L, Blankenship J, Buffington C, Furtado M, Parrott J. ASMBS Allied Health Nutritional Guidelines for the surgical weight loss patient. Surg Obes Relat Dis. 4, S73-S108. 2008.

(3) Biesalski HK, P Grimm. Taschenatlas Ernährung. Thieme Verlag, Stuttgart 2011: u.a. umfangreiche Daten zum Stoffwechsel sowie zum Tagesbedarf an Vitaminen und Spurenelementen

 

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