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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Vitamin B12, Cobalamin

Cobalamin ist ein Sammelbegriff für mehrere Substanzen – in der Therapie Hydroxycobalamin und Cyanocobalamin – mit Wirkung auf zahlreiche Stoffwechselvorgänge – u. a. im Meta­bolismus von Folsäure, Propionsäure und Leucin.

Cobalamin wird im Magen-Darm­trakt resorbiert unter Mitwirkung des sog. „intrinsic factors“, der im Magen (Parietalzellen) gebildet wird. Transport durch die Darmschleimhaut und im Blut­serum mit Hilfe eines Eiweisskörpers, des sog. „Transcobalamin II“. Der Tagesbedarf liegt bei ca 2 µg/Tag (allerdings sind da Resorptionsverluste zu berücksichten), der Körper­speicher beträgt etwa 4 mg, davon die Hälfte in der Leber. Quellen von Vitamin B12 sind Fleisch, Milchprodukte, Eier (2).

Mangel an Vitamin B12 führt auch zu Folsäuremangel. „Klassische“ Mangelkrankheit ist die perniziöse Anämie (atrophische Gastritis mit Zerstörung der Parietalzellen und damit Wegfall des „intrinsic factors“).

Mangel an Vitamin B12 wird ferner beobachtet u. a. bei älteren Patienten und solchen, die behandelt werden mit Protonenpumpen­inhibitoren oder H2-Antagonisten, Met­formin, Antikonvulsiva, Neomycin und Colchi­cin (2).


Mangel an Vitamin B12 führt zu:

  • makrozytärer Anämie („Perniciosa“)
  • Leuko- und Thrombozytopenie
  • und zu (zum Teil irreversiblen) neurologischen Veränderungen (Tinnitus, Parästhe­sien, Ataxie, Demyelinisierungen und axonale Degeneration der Nerven, psy­chiatrischen Auffälligkeiten bis hin zur Psychose).

Die Diagnostik des Vitamin B12 Mangels ist schwierig; es gibt hier die nicht sehr sensitive Messung des Gesamt-Vitamin B12 im Serum, die bessere Messung des aktiven Holotranscobalamins (HoloTC) und die Bestimmung der Methylmalonsäure (MMA), die Auskunft darüber gibt, ob eine Störung des Homocystein-Methionin­kreislaufs vorliegt. (4)

 

Quellen:

(1) Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr 

(2) Allied Health Sciences Section Ad Hoc Nutrition Committee, Aills L, Blankenship J, Buffington C, Furtado M, Parrott J. ASMBS Allied Health Nutritional Guidelines for the surgical weight loss patient. Surg Obes Relat Dis. 4, S73-S108. 2008.

(3) Biesalski HK, P Grimm. Taschenatlas Ernährung. Thieme Verlag, Stuttgart 2011: u. a. umfangreiche Daten zum Stoffwechsel sowie zum Tagesbedarf an Vitaminen und Spurenelementen

(4) Herrmann,W, Rima,O, Ursachen und frühzeitige Diagnostik von Vitamin-B12-Mangel. Dtsch. Arztebl. Int. 2009; 106(17): 291-2

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