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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Laktoseintoleranz/Fruktoseintoleranz

Bei zahlreichen Menschen, die unter Durchfällen, Blähungen und Bauchschmerzen leiden, liegt eine Schwäche in der Verdauung von Milchzucker (Laktose) und/oder Fruchtzucker (Fruktose) vor.

Laktoseintoleranz
Nahezu alle Säugetiere, so auch der Mensch, vertragen im Säuglingsalter problemlos Milch und Milchprodukte. Zu dieser Zeit bilden die Darmzellen ausreichend Laktase, ein Enzym, welches Milchzucker in seine Bestandteile Glukose und Galaktose spalten kann. Diese Zucker können problemlos von den Darmzellen aufgenommen werden. Bei fast allen Asiaten und Afrikanern, sowie bei 10 – 15 % der mitteleuröpäischen Bevölkerung nimmt die Laktaseaktivität mit zunehmendem Alter deutlich ab. Dies führt dazu, dass Laktose "unverdaut" in den Dickdarm gelangt und dort Blähungen und Durchfall auslösen kann. Zur Diagnostik können neben diätetischen Versuchen (Elimination von Laktose, Provokation mit Laktose) ein sogenannter Atemtest (wird meist bei Magen-Darm-Spezialisten durchgeführt) und ein Gentest (LCT-Gen) durchgeführt werden. Die Behandlung erfolgt durch eine laktosefreie oder -arme Ernährung. Alternativ können in Apotheken oder Reformhäusern erhältliche laktasehaltige Kautabletten oder Kapseln Abhilfe schaffen.

Fruktoseintoleranz
Zunächst gilt es die seltene angeborene (= hereditäre), den gesamten Stoffwechsel beeinträchtigende Form von der sehr häufigen, nur auf den Darm bezogenen Störung zu unterscheiden. Für die letztgenannte Form, von der ca. 10% der Menschen in Mitteleuropa betroffen sind, hat sich deshalb zuletzt der Begriff der "intestinalen Fruktoseintoleranz" durchgesetzt. Ursache ist eine unzureichende Aufnahme von Fructose (= Fruktosemalabsorption) aus der Nahrung in den oberen Darmabschnitten mit nachfolgenden Gärungsprozessen in den unteren Darmabschnitten, die Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfälle auslösen können.

Da auch bei vielen Gesunden das Phänomen der Fruktosemalabsorption beobachtet wird, diese aber symptomlos bleibt, wird vermutet, dass bei den Symptomträgern noch weitere Störungen im Darm wie z.B. gestörte Fermentierungsprozesse oder eine gestörte Darmbeweglichkeit vorliegen.

Die Diagnostik erfolgt durch einen Atemtest. Bei Verdacht auf auf eine hereditäre Fruktoseintoleranz ist ein Gentest indiziert (Aldolase-B-Gen). Die Empfehlungen zur Behandlung bei intestinaler Fruktoseintoleranz sind nicht ganz einheitlich. Generell wird eine Reduktion, aber keine komplette Elimination von Fruktose in der Nahrung empfohlen. Der kombinierte Genuss von Glukose oder Eiweiss zusammen mit Fructose führt oft zu einer Symptomlinderung während die gleichzeitige Zufuhr von Sorbit die Verdauungsprobleme verstärkt.

Weitere Infomationen bei www.dge.de

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