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Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Schilddrüsenunterfunktion - Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis (auch: Autoimmunthyreopathie, lymphozytäre Thyreoiditis) ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Sie wurde 1912 von dem japanischen Arzt Dr. Hakaru Hashimoto beschrieben, der zu diesem Zeitpunkt in Göttingen tätig war (1).

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Entzündung der Schilddrüse, die in drei Phasen abläuft: Zunächst kommt es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) mit einer meist nur milden Schilddrüsenüberfunktion, auf die eine Übergangsphase folgt, in der die Erkrankung auch spontan ausheilen kann. Bei einem Teil der Patienten schreitet die Erkrankung unter Verlust von funktionstüchtigem Schilddrüsengewebe fort, so dass die Schilddrüse schrumpft und letztendlich eine Unterfunktion entsteht.

Die Hashimoto-Thyreoiditis wird in den meisten Fällen erst in der Phase der Unterfunktion erkannt. Typischerweise finden sich im Ultraschall ein echoarmes Schilddrüsengewebe und im Blut die charakteristischen TPO-Antikörper (Achtung: Die Antikörper allein reichen für die Diagnosestellung nicht aus und die gleichen Antikörper kommen auch beim Morbus Basedow vor). Die Diagnose lässt sich stellen, wenn mindestens zwei der drei Kriterien (Hypothyreose – echoarme Schilddrüse – positive TPO-Antikörper) vorliegen.

Die Erkrankung ist bei Frauen und mit zunehmendem Alter häufiger, bei Kindern tritt sie extrem selten auf. Die durch eine Hashimoto-Thyreoiditis hervorgerufene Hypothyreose erfordert oft eine lebenslange Behandlung mit Schilddrüsenhormonen (L-Thyroxin allein oder im Ausnahmefall in Kombination mit Trijodthyronin). Die optimale Einstellung der Schilddrüsenfunktion kann mehrere Monate dauern und erfordert wegen der auch in Schüben verlaufenden Entzündung viel Geduld bei der Dosisanpassung. Eine zusätzliche Einnahme von Jodid ist nicht erforderlich, aber in üblichen Mengen auch nicht schädlich.

Eine Hashimoto-Patientin mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft sollte daher zum Nutzen des Feten neben Folsäure auch Jodid einnehmen. Die zusätzliche Gabe von Selen ist nicht allgemein anerkannt, da der Verlauf der Erkrankung nicht verändert wird. Mehrere Studien haben jedoch eine positive Wirkung auf die Entzündungsparameter und das Wohlbefinden gezeigt, so dass ein Therapieversuch gerechtfertigt sein kann.

Andere Ursachen einer Hypothyreose sind Folgen einer Operation, Radiojodtherapie oder Medikamenteneinnahme sowie einer Vielzahl seltener angeborener oder erworbener Schilddrüsenfunktionsstörungen. Die Hashimoto-Thyreoiditis kann auch gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen (Typ-1-Diabetes, Nebenniereninsuffizienz, Vitiligo u.a.) auftreten, so dass ggf. eine entsprechende Diagnostik notwendig ist.

(1) Hakaru Hashimoto: Zur Kenntnis der lymphomatösen Veränderungen der Schilddrüse (Struma lymphomatosa). In: Archiv für klinische Chirurgie. 97, 1912., S. 219–248

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Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache einer Hypothyreose. Sie wurde 1912 von dem japanischen Arzt Dr. Hakaru Hashimoto beschrieben, der zu diesem Zeitpunkt in Göttingen tätig wa.