Praxis - Diagnostik - Wissenschaft. Gemeinsam bewirken wir mehr.

endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Schilddrüsenüberfunktion - Morbus Basedow

Der Morbus Basedow (auch immunogene Hyperthyreose, Graves’ Disease) ist eine Entzündung der Schilddrüse, die auch die Augen betrifft. Charakteristisch sind eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) und eine häufig rasch einsetzende und sehr ausgeprägte Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose).

Die Augen sind gerötet, schmerzen, tränen und treten hervor, nicht selten bestehen auch Lidschwellungen, gelegentlich sogar Sehstörungen. Die Beteiligung der Augen wird „endokrine Orbitopathie“ genannt. Der Morbus Basedow wurde 1840 durch den deutschen Arzt Dr. Karl Adolph von Basedow erstbeschrieben (2), der die Erkrankung als das gleichzeitige Auftreten einer Struma, Herzrasen (als Ausdruck der Hyperthyreose) und der endokrinen Orbitopathie nach der Stadt, in der er tätig war, als „Merseburger Trias“ beschrieb.

Die Sicherung der Diagnose gelingt bei typischem klinischen Erscheinungsbild und dem Nachweis der charakteristischen TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK) – auch die TPO-Antikörper sind häufig erhöht. Der Morbus Basedow ist bei Frauen und im mittleren Alter häufiger, Kinder erkranken selten. Der wichtigste Risikofaktor für den Morbus Basedow, vor allem für einen schweren Verlauf der endokrinen Orbitopathie, ist das Rauchen. Die Behandlung erfolgt zunächst medikamentös (Carbimazol, Thiamazol oder Propycil). Bei konsequenter Tabletteneinnahme über ein Jahr und günstigem Risikoprofil (kleine Schilddrüse, niedrige TRAK, milde endokrine Orbitopathie, Nichtraucher) wird in mehr als der Hälfte der Fälle eine langfristige Heilung erzielt. Bei Wiederauftreten eines aktiven Morbus Basedow ist eine definitive Behandlung mittels Operation oder Radiojodtherapie erforderlich, da es sonst immer wieder zu Rezidiven kommen wird. Die endokrine Orbitopathie wird in Abhängigkeit vom Schweregrad mit Augentropfen und im Bedarfsfall mit einem Steroidstoß, im Ausnahmefall auch durch Bestrahlung oder operativ behandelt.

Andere Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion sind überaktive Schilddrüsenknoten (autonomes Adenom oder multifokale Autonomie), die Einnahme von Schilddrüsenhormonen in zu hoher Dosierung und eine Vielzahl angeborener oder erworbener Schilddrüsenfunktionsstörungen.

(2) von Basedow KA. Exophthalmus durch Hypertrophie des Zellgewebes in der Augenhöhle. [Casper’s] Wochenschrift für die gesammte Heilkunde, Berlin, 1840, 6: 197–204; 220–228.

Unsere Standorte

Morbus Basedow ist eine Entzündung der Schilddrüse, die auch die Augen betrifft. Charakteristisch sind eine Vergrößerung der Schilddrüse und eine häufig rasch einsetzende und sehr ausgeprägte Überfunktion der Schilddrüse.