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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Nebennierentumoren

Nebennierentumoren gehören zu den häufigsten Tumoren beim Menschen überhaupt. Man geht davon aus, dass bis zu 3% aller erwachsenen, "gesunden" Personen einen Tumor in der Nebenniere haben, wobei die Häufigkeit im Laufe des Alters zunimmt. Der Großteil dieser Nebennierenveränderungen ist klein, gutartig und nicht krankmachend. Die meisten Tumoren fallen zufällig im Rahmen einer Bildgebung (z.B. Ultraschall, Computertomographie, Kernspintomographie) aus anderen Gründen auf (sog. Inzidentalome, s.unten). Wenn der Tumor allerdings größer als 1cm ist, oder Beschwerden durch einen möglichen Hormonüberschuss bestehen, sollte eine entsprechende Abklärung durchgeführt werden. Da es hierbei vor allem um die Frage nach einer möglichen Hormonüberproduktion geht, sollte die Vorstellung bevorzugt beim Endokrinologen erfolgen. Folgende Tumoren, auf die weiter unten im Detail eingegangen wird, sollten hierbei ausgeschlossen werden:

  • Conn-Adenom (primärer Hyperaldosteronismus)
  • Cushing-Adenom
  • Phäochromozytom
  • Nebennieren-Karzinom
  • Metastase (Tochtergeschwür) eines anderen Tumors

 

Nebennieren-Karzinom

Häufigkeit
Das Nebennierenkarzinom ist ein extrem seltener Tumor und man rechnet mit ca. 80 - 120 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland.

Beschwerden
Ungefähr 60% der Patienten stellen sich am Anfang wegen Beschwerden beim Arzt vor, die auf eine Hormonstörung zurückzuführen sind. Dies sind entweder Symptome eines Cushing-Syndroms und/oder eines Überschusses an Sexualhormonen. Bei Frauen kann es zum Beispiel zu einer deutlich vermehrten Körperbehaarung oder Glatzenbildung kommen und bei Männern kommt es selten zu einem beidseitigen Brustwachstum. Bei einem Teil der Patienten verursacht der Tumor aufgrund seiner Größe Beschwerden wie Schmerzen oder Völlegefühl. Man muss allerdings feststellen, dass keines der genannten Beschwerden alleine genommen für ein Nebennierenkarzinom beweisend ist.

Diagnostik
Im Rahmen der Diagnostik müssen vor allem zwei Dinge geklärt werden:

  • Ist der Tumor wirklich bösartig und kam es schon zu Tumorstreuungen (Metastasen)
  • Produziert der Tumor vermehrt Hormone?

Die erste Frage wird in der Regel mit einer Computertomographie oder Kernspintomographie beantwortet und für die zweite werden Blut- und Urinuntersuchungen durchgeführt.

Therapie
Die Operation mit der vollständigen Entfernung des Tumors ist die Therapie der 1. Wahl bei lokalisierten Tumoren. Diese sollte an einem spezialisierten Zentrum mit großer Erfahrung in der Operation solcher Tumoren erfolgen. Wegen der hohen Rückfallquote wird häufig eine „vorbeugende“ medikamentöse Therapie mit dem Medikament Mitotane empfohlen. In fortgeschrittenen Tumorstadien wird ebenfalls Mitotane oder eine Chemotherapie eingesetzt.

Eine hilfreiche Internet-Adresse finden Sie unter www.nebennierenkarzinom.de

 

Nebennieren-Inzidentalom
Als Inzidentalom werden Tumoren bezeichnet, die im Rahmen einer Bildgebung (z.B. Ultraschall, Computertomographie, Kernspintomographie) aus anderen Gründen (z.B. Rückenschmerzen, Gallenkolik) zufällig aufgefallen sind. Sie stellen heutzutage die mit Abstand häufigste Auffälligkeit im Bereich der Nebennieren dar. Allerdings sind die allermeisten dieser Nebennierenveränderungen gutartig und NICHT krankmachend. Wenn der Tumor allerdings größer als 1cm ist, sollte eine weitere Abklärung erfolgen, da sich dennoch dahinter eine bisher unerkannte Hormonstörung (Cushing-Syndrom, Conn-Syndrom, Phäochromozytom) oder sehr selten auch mal eine bösartige Erkrankung verbergen kann. Wenn dies der Fall ist, wird in der Regel eine Operation empfohlen. Im Großteil der Fälle ist dies allerdings nicht notwendig. Dann empfiehlt man  jährliche Verlaufskontrollen für ca. 4 Jahre, wobei sowohl das Zeitintervall als auch die notwendigen Untersuchungen vom behandelnden Arzt individuell festgelegt werden. Sind bis dahin keine Besonderheiten aufgefallen, bedarf es keinerlei weiterer Kontrollen mehr.

 

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