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endokrinologikum - Ein Unternehmen der amedes-Gruppe

Das endokrinologikum ist ein Verbund medizinischer Versorgungs-
zentren (MVZ), der sich in der Endokrinologie, d.h. den Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, engagiert. Als weiterer Schwerpunkt wird vor allem die Rheumatologie entwickelt. Im endokrinologikum ... mehr

Diabetes insipidus

Der Diabetes insipidus ist eine Erkrankung, die sich durch eine vermehrte Urinausscheidung und gesteigertes Durstgefühl auszeichnet. Es wird zwischen einem Diabetes insipidus renalis und einem Diabetes insipidus centralis unterschieden.

Beim Diabetes insipidus centralis handelt es sich um eine unzureichende Verfügbarkeit an ADH, einem Hormon, das an der Niere über eine Stimulation des Vasopressin-Rezeptors antidiuretisch wirkt. Dieser Mangel kann durch eine verminderte Produktion an ADH im Hypothalamus, eine Störung des Transportes von ADH vom Hypothalamus zur Hypophyse als auch eine unzureichende Speicherung von ADH im Hypophysenhinterlappen verursacht werden. Ursächlich verantwortlich dafür sind sowohl Verletzungen, Operationen, Tumoren, Blutungen als auch Entzündungen im Hypothalamus-Hypophysenbereich. Selten kann ein Diabetes insipidus centralis im Kontext einer Histiocytosis X auftreten. Noch seltener sind Autoimmunerkrankungen mit Autoantikörpern gegen Vasopressin-produzierende Zellen oder eine Vererbung mit autosomal-dominantem Erbgang Ursache des Diabetes insipidus centralis.

Im Gegensatz dazu ist der Diabetes insipidus renalis eine Erkrankung der Niere. Eine X-chromosomal rezessiv vererbte Mutation des Vasopressin-Typ 2-Rezeptors oder eine autosomal rezessiv vererbte Mutation des Aquaporin 2-Kanals führt zur angeborenen ADH-Resistenz an der Niere. Durch Medikamente wie Lithium, Amphotericin B oder Vincristin können Schädigungen der Nierentubuli hervorgerufen werden, wodurch die Niere trotz Anwesenheit von ADH den Primärharn nicht mehr konzentrieren kann.

Klinisches Leitsymptom sowohl des Diabetes insipidus renalis als auch centralis ist eine Polyurie mit der Gefahr der Dehydratation.

Neben klinisch-chemischen Parametern werden in die endokrinologische Diagnostik sowohl die Bestimmung des ADH-Spiegels und der Osmolalität als auch ein Durstversuch einbezogen. Selten ist ein Kochsalzinfusionstest erforderlich.

Die Therapie des Diabetes insipidus centralis besteht in der Substitution mit Desmopressin. Die Therapie des Diabetes insipidus renalis gestaltet sich schwieriger. Thiaziddiuretika können die klinische Symptomatik lindern.

 

 

 

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